BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Lützerath schützen - Braunkohlenbagger stoppen!

Am Samstag, 12. November, 12 Uhr, stellten sich 2.200 Menschen schützend vor Lützerath. Die Kohle unter diesem Dorf muss im Boden bleiben, damit wir die 1,5-Grad-Grenze einhalten können, so die Botschaft. Zur Halbzeit der Weltklimakonferenz in Ägypten machten wir klar: Die 1,5-Grad-Grenze verläuft hier!

BUND-Protest am Tagebau Garzweiler: Die Kohle unter Lützerath muss im Boden bleiben! [Foto: Jörg Farys, die.projektoren] BUND-Protest am Tagebau Garzweiler: Die Kohle unter Lützerath muss im Boden bleiben! [Foto: Jörg Farys, die.projektoren]

Lützerath schützen - Braunkohlenbagger stoppen. Schicksal der Klimaziele hängt am Kohleausstieg

Anlässlich der heute stattfindenden Demonstration in Lützerath für Klimagerechtigkeit im rheinischen Revier und weltweit erneuert Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), seine Kritik an dem Braunkohledeal mit RWE: 

„Der Kohledeal mit RWE ist mit den Pariser Klimazielen nicht vereinbar. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein dreckiger Deal. Statt weniger CO2 Ausstoß bedeutet der Deal von Habeck und Co. mehr schädliche Treibhausgase. Wir rufen die Bundesregierung auf, alles für die Einhaltung des 1,5 Grad Ziels zu tun. 280 Millionen Tonnen Kohle aus dem Tagebau Garzweiler abzubaggern gehört nicht dazu. Das Schicksal der Klimaziele hängt am Kohleausstieg. Die Kohle unter Lützerath muss im Boden bleiben.“ 

Dirk Jansen, Geschäftsleiter BUND Nordrhein-Westfalen, fügt mit Blick auf das Rheinische Revier und die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen an: 

Die NRW-Landesregierung war angetreten, NRW auf einen mit dem 1,5 Grad-Ziel kompatiblen CO2-Reduktionspfad zu führen. Ihr aktuelle Politik ist das Gegenteil davon. Gerade die Grünen Minister*innen verspielen damit ihre Glaubwürdigkeit und riskieren den Klimakollaps. Es reicht nicht, sich für einen auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg in NRW selbst zu feiern. Entscheidend ist, wie viel Kohle bis dahin verfeuert wird. Wir fordern von der Landesregierung, die Räumung Lützeraths nicht anzuordnen. Ansonsten gilt: Wenn ihr räumt, sind wir wieder da!“

Der BUND und die in ihm versammelten Menschen werden die Regierungen bei allen Bestrebungen unterstützen, die dem Ziel einer zukunftsfähigen Energieversorgung dienen. Genauso wird der BUND aber weiter konsequent und friedlich Widerstand leisten, wenn das 1,5 Grad-Ziel wissentlich missachtet und Natur, Dörfer sowie eine uralte Kulturlandschaft zugunsten der Braunkohlengewinnung geopfert werden. 

Hintergrund: Mit dem RWE-Deal verabschieden sich Land und Bund von dem in der Kohlekommission vereinbarten und mit dem Kohleausstiegsgesetz fixierten stetigen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Die Kohleförderung aus dem Tagebau Garzweiler soll von knapp 20 Millionen Tonnen im Jahre 2020 auf über 30 Millionen Tonnen in 2023 steigen und danach bis 2027 auf hohem Niveau verharren. 

Bildstrecke

2.200 Menschen haben am 12. November 2022 in Lützerath dafür demonstriert, dass die Braunkohle unter dem Ort im Boden bleibt. [Fotos: Jörg Farys, die.projektoren et al.]

 

Wann?

Samstag den 12. November 2022 um 12 Uhr

Wo?

In Erkelenz-Lützerath am Wendehammer (Koordinaten: 51.062006, 6.428125)

Programm

Wir freuen uns auf Redebeiträge u.a. von Kaossara Sani, Samira Ghandour (Fridays for Future), Dirk Jansen (BUND) und Eckardt Heukamp. Dazu gibt es Musik u.A. von Enis Okumusoglu & Ezé Wendtoin!

Unser Protestzug führt uns rund um Lützerath. Wir werden uns für ein Aktionsbild schützend vor das Dorf stellen um der Regierung und RWE klar zu machen: Der Tagebau muss hier enden!

Anreise:

Es gibt Busse und andere gemeinsame Anreisen aus verschiedenen Städten!

Es gibt drei Bahnhöfe in der Nähe:

  • Erkelenz (VRS, ca. 10 km)
  • Hochneukirch (VRR, ca. 10 km) 
  • Herrath (VRR, ca. 8 km)

Von den Bahnhöfen Erkelenz und Hochneukirch werden euch Busse direkt zur Demo shuttlen. Kommt aber auch gerne mit dem Fahrrad!

Shuttles von & nach Erkelenz & Hochneukirch

  • Hin von Erkelenz Bhf und Hochneukirch Bhf: 10 bis 12:30 Uhr
  • Zurück von Lützerath: 15 bis 17:30 Uhr

Mit dem Auto

Fahrt am besten von Süden an Lützerath heran und parkt an der L19 zwischen Jackerath und Holzweiler. Für mobilitätseingeschränkte Personen wird es einen kleinen Shuttle von der L19 nach Lützi geben.

Aufruf

Lützerath schützen – 1,5 Grad-Grenze einhalten!

Während die Vereinten Nationen in Ägypten zur Weltklimakonferenz einladen, ignorieren die NRW-Landesregierung und der Bund die kritische 1,5 Grad-Grenze. Sie haben dem Kohlekonzern RWE den Freifahrtschein dafür erteilt, allein im Tagebau Garzweiler noch weitere 280 Millionen Tonnen des Klimakillers Braunkohle zu fördern: Sechs Mal mehr, als zulässig wäre, um die 1,5-Grad-Grenze des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. Mit einer kraftvollen Demonstration treten wir am Samstag, den 12. November zum Höhepunkt der Weltklimakonferenz dieser Politik entgegen.

RWE lässt in diesen Tagen Windräder abreißen, um noch mehr Kohle zu fördern: So zeigt sich in Lützerath die ganze Absurdität der aktuellen Energiepolitik. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg von Putins Russland auf die Ukraine stellt Deutschland und die Welt vor enorme Herausforderungen. Die Kohle unter Lützerath ist aber zur Bewältigung der akuten Krise nicht notwendig, bestätigt die Wissenschaft. Statt mehr Braunkohle zu verfeuern und den Kohlekonzernen zusätzliche Milliardengewinne zu verschaffen, brauchen wir endlich einen schnellen Kohleausstieg. Unabhängig von Autokraten und fossilen Importen werden – das erreichen wir nur mit massiven Investitionen in Erneuerbare und Energieeffizienz! 

Schon jetzt verlieren Millionen Menschen weltweit durch die Klimakrise ihre Lebensgrundlagen – im letzten Jahrzehnt mussten jährlich mehr als 20 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen. Während in Ägypten die Staats- und Regierungsvertreter:innen zusammenkommen, um über die Umsetzung des Paris-Abkommens zu beraten, zeigen wir in Lützerath auf, wo Deutschlands Verantwortung liegt. Am Samstag, 12. November, stellen wir uns schützend vor das bedrohte Dorf am Tagebau Garzweiler. Gemeinsam mit Tausenden Menschen und in Solidarität mit der globalen Zivilgesellschaft für Klimagerechtigkeit fordern wir von den Regierungen in Bund und Ländern:

  • Die Kohle unter Lützerath muss im Boden bleiben. Die Landesregierung muss mit RWE ein Räumungsmoratorium für Lützerath vereinbaren und den Tagebau auf ein klimaverträgliches Maß begrenzen.
  • Wo Kohleausstieg 2030 draufsteht, muss auch CO2-Einsparung drin sein. Die Bundesregierung muss einen stetigen Ausstiegspfad aus der Kohleverstromung durchsetzen – sowohl im Rheinland als auch in Ostdeutschland.
  • Versorgungssicherheit braucht Investitionen in Erneuerbare statt Fossile. Wir streiten für 100 Prozent Sonnen- und Windenergie und weit mehr Tempo beim Energiesparen in Industrie und Produktion sowie Energieeffizienz. Dafür braucht es jetzt ein 100-Milliarden-Investitionsprogramm fürs Klima. Deutschland muss bei der Weltklimakonferenz zudem verbindliche Zusagen zur internationalen Klimafinanzierung machen – das ist eine Frage der globalen Gerechtigkeit.

Die 1,5-Grad-Grenze verläuft vor Lützerath. Am Samstag, 12. November um 12 Uhr ziehen wir diese Grenze: Für Klimagerechtigkeit im Rheinland und weltweit! 

Mitschnitt der Pressekonferenz am 12.11.2022 in Lützerath

YouTube-Link

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