Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens wurde der BUND NRW im Landtag Düsseldorf mit einem Parlamentarischen Abend gewürdigt. Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um auf fünf Jahrzehnte Natur und Umweltschutz in Nordrhein-Westfalen zurückzublicken und aktuelle Herausforderungen zu diskutieren.
Landtagsvizepräsidentin Berîvan Aymaz würdigte die Arbeit des Verbandes und hob die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements für die Demokratie hervor. „Organisationen wie der BUND bringen wichtige Perspektiven in gesellschaftliche Debatten ein und sind Impulsgeber für den Austausch zwischen Gesellschaft, Politik und Verwaltung“, betonte sie
Und auch Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete den BUND als „starke und wichtige Stimme im öffentlichen Diskurs“. Der Verband übernehme nicht nur Verantwortung für die Natur und Umwelt, sondern auch für die Zukunft aller. In einem dicht besiedelten Industrieland wie Nordrhein-Westfalen kann das laut Wüst aber auch zu Interessenskonflikten führen. „Danke, dass Sie denen nicht aus dem Weg gehen, dass der BUND an der Stelle auch gelegentlich unbequem war und ist, Aufmerksamkeit erzeugt hat, Überzeugungsarbeit geleistet hat, politischen Diskurs geprägt hat, Parteien gedrückt, geschoben, gezogen hat, die einen mehr, die anderen weniger“, so der Ministerpräsident.
Gemeinsam mit dem Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Hubert Weiger blickte der Landesvorsitzende Holger Sticht auf die Geschichte des BUND NRW zurück – von prägenden umweltpolitischen Themen bis zu aktuellen Herausforderungen wie dem Kohleausstieg und dem Strukturwandel im Rheinischen Revier. Weiger stellte dabei insbesondere die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements heraus. Es erfordere Mut, sich vor Ort für Natur- und Umweltschutz einzusetzen und auch gegen konkrete Vorhaben Stellung zu beziehen. Dieses Engagement sei unverzichtbar für das Gemeinwohl und verdiene deutlich mehr gesellschaftliche Anerkennung.
Zugleich beschrieb der Ehrenvorsitzende den BUND als einen Verband, der nicht nur nach außen, sondern auch nach innen von intensiven Diskussionsprozessen geprägt sei. Im Verband träfen „Menschen unterschiedlichster politischer Couleur, unterschiedlichster Herkunft und Sozialisation“ aufeinander, die in der Sache oft kontrovers diskutierten. Gerade diese innerverbandliche Auseinandersetzung sei jedoch eine Stärke: „Wenn gestritten wird, dann eben nicht um das Ziel, sondern um die Wege zur Zielerreichung.“ Auf dieser Grundlage entstünden Positionen, die eine hohe fachliche und gesellschaftliche Tragfähigkeit aufwiesen.
Mit Blick auf die Erfolge des Verbands würdigte Weiger insbesondere die Vordenkerrolle des BUND NRW in zentralen umweltpolitischen Fragen – etwa im Kampf gegen die Braunkohle oder für eine andere Verkehrspolitik. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Demokratie, ohne die es diese Erfolge nicht gegeben hätte. „Wir stehen für Demokratie. Wir stehen für demokratische Erfolge und deswegen müssen wir die Demokratie gegen ihre Feinde verteidigen“, machte Weiger deutlich.
Abschließend wurde Dirk Jansen für seinen langjährigen Einsatz als Geschäftsleiter gewürdigt und in den Ruhestand verabschiedet. Prof. Dr. Hubert Weiger hob seine zentrale Rolle für den Landesverband hervor und würdigte vor allem seine fachliche Stärke und Hartnäckigkeit, die zahlreiche umweltpolitische Erfolge – etwa im Kampf gegen den Braunkohletagebau – mit ermöglicht habe. „Du hast das Gesicht des BUND geprägt und damit auch Entscheidendes bewirkt“, sagte Weiger.
Die Fotogalerie zeigt Impressionen eines Abends, der Rückblick und Ausblick zugleich war – und der deutlich macht, wofür 50 Jahre BUND NRW stehen: für Engagement, Expertise und den Einsatz für eine nachhaltige Zukunft.