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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Bedrohung der Wildkatze

Es ist nicht lange her, da lebten Wildkatzen fast überall in Europa. Heute sind sie von vielen Orten ihrer ursprünglichen Heimat verschwunden.

 (BUND Projekt "Wildkatzensprung/Thomas Stephan)

Lange Zeit wurden die Wildkatzenbestände vor allem durch die Jagd dezimiert. Jäger verwechselten sie mit verwilderten Hauskatzen und schossen sie ab. Aber auch Schlagfallen und freilaufende Jagdhunde bei der Nachsuche setzten ihnen zu. Heute sind die Verluste durch die Jagd vergleichsweise gering, außerdem steht die Wildkatze inzwischen unter ganzjähriger Schonzeit.

Das größte Problem für die Wildkatze ist heute die immer intensivere Nutzung der Landschaft durch Verkehr, wachsende Siedlungen und intensive Landwirtschaft. Dadurch wurden die Tiere auf wenige Restlebensräume zurückgedrängt. Diese letzten Rückzugsgebiete liegen verstreut wie Inseln im Meer. Die dort lebenden, vereinzelten Wildkatzenpopulationen sind sehr klein und entsprechend anfällig für Inzucht und Krankheiten.

Da die Lebensräume der Wildkatzen häufig von Straßen mit zunehmendem Verkehr zerschnitten sind, ist die häufigste akute Todesursache der Straßentod.

Die Wildkatze gehört zu den "besonders geschützten" Arten. Auf der Roten Liste der Wirbeltiere wird sie als "gefährdet" eingestuft. Zudem unterliegt sie europäischen Schutzbestimmungen. In der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitatrichtlinie) steht sie im Anhang IV, welche "streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse" auflistet und verbietet, Individuen dieser Arten zu töten oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu beschädigen.

Wildkätzchen im Wald lassen!

Im Frühjahr, wenn die Wildkatzen ihren Nachwuchs zur Welt bringen, kommt es immer wieder vor, dass die Jungen von Wanderern mitgenommen werden. Die Tierfreunde halten sie für ausgesetzte Hauskätzchen. Zuhause oder beim Tierarzt ist die Überraschung dann groß: Die Kätzchen lassen sich nicht zähmen. Sie müssen aufwendig mit der Hand aufgezogen und wieder ausgewildert werden.

Wer also beim Waldspaziergang maunzende Katzenkinder sieht oder hört, hat vielleicht eine Wildkatzenfamilie entdeckt. Jetzt heißt es: Bitte nicht stören! Sollte ein junges Kätzchen jedoch verletzt oder alleine aufgefunden werden, informieren Sie bitte den BUND.

Holzpolter und Knotengitter – Todesfallen für Wildkätzchen im Wald

 (BUND Projekt "Wildkatzensprung/Thomas Stephan)

Oft beziehen Wildkatzen auch Holzpolter, um dort zu werfen und ihre Jungen aufzuziehen. Holzpolter, das sind die Stapel der gefällten Stämme, die auf den Abtransport warten. Von diesen Sammelplätzen geht jedoch echte Lebensgefahr für die Tiere aus. Immer wieder werden die Wildkätzchen beim Abtransport der Stämme zerquetscht oder mitverladen.

Eine weitere Gefahr für Wildkatzen im Wald sind die Metallknotenzäune, da sich Wildkatzen leicht in den Drahtverknotungen verhaken und dann qualvoll zugrunde gehen können.

Der BUND fordert daher, dass die Förster in Wildkatzenwäldern Holzpolter von März bis August, also während der Haupt-Wurf- und Aufzuchtzeit der Wildkatzen, nicht wegräumen dürfen! Auch die Lagerung an einem zentralen Lagerplatz oder der sofortige Abtransport wären der jetzigen Praxis vorzuziehen. Außerdem sollten Metallknotenzäune durch ungefährliche Hordengatter ersetzt werden.

Auf der Roten Liste

Die Wildkatze gehört zu den "besonders geschützten" Arten. Auf der Roten Liste der Wirbeltiere wird sie als "gefährdet" eingestuft. Zudem unterliegt sie europäischen Schutzbestimmungen. In der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitatrichtlinie) steht sie im Anhang IV, welche "streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaft­lichem Interesse" auflistet und verbietet, Individuen dieser Arten zu töten oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu beschädigen.

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