Olympia-Bewerbung: Wüst muss Notbremse ziehen

20. April 2026 | BUND, Nachhaltigkeit

Das Votum in den beteiligten Kommunen in Nordrhein-Westfalen zur möglichen Olympiabewerbung ist mehrheitlich positiv ausgefallen. Ein Kommentar von Holger Sticht, Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW, anlässlich dieses Bürgerentscheids.

Für den BUND ist klar: Es dürfen keine weiteren Flächen versiegelt werden.  (pixabay)

„Die gute Wahlbeteiligung in den meisten Städten ist ein gutes Zeichen. Auch das mehrheitlich positive Votum müssen wir anerkennen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Zustimmung in der 'Leading City' Köln nicht das klare Signal pro Olympiade ist, von welchem Hendrik Wüst am Vorabend gesprochen hatte. Denn obwohl auch hier in den vergangenen Wochen vor allem die Befürworter einer Bewerbung, wie beispielsweise OB Burmester als vormaliger Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes, ein Podium bekamen, ist das Signal zu schwach, um gegenüber Mitbewerbern konkurrieren zu können. 

Die Kölner kennen das Verkehrschaos und die Geldverschwendungssucht aus täglicher Erfahrung und brauchen davon nicht noch mehr. Diejenigen, die am stärksten betroffen sind, zeigen keine klare Zustimmung pro Olympia. 

Der Ministerpräsident ist gut beraten, die Notbremse zu ziehen und das Konzept zu überarbeiten. Das neue Stadion und olympische Dorf in Köln mit seinen gigantischen Neuversiegelungen passen nicht zu der angeblichen Nachhaltigkeit der Bewerbung Rhein- Ruhr. Und es reicht auch nicht auf Dauer, nur die Karte "Emotionen" zu spielen. 

Gerade wegen der hohen Wahlbeteiligung steht die Politik jetzt besonders in der Pflicht, seriös zu liefern. Das bedeutet: keine Eingriffe in Freiräume, keine Neubauten 'auf der grünen Wiese', eine verpflichtende strategische Umweltprüfung und endlich eine nachvollziehbare Kosten-Nutzen-Rechnung – nicht nur für Köln, sondern auch für die weiteren 16 beteiligten Kommunen.“

Hintergrund: 
Hintergrund ist die geplante Bewerbung der Region Rhein-Ruhr mit Köln als sogenannter „Leading City“ für die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. In insgesamt 17 Kommunen haben Bürger*innen heute darüber abgestimmt, ob ihre Städte Teil dieser Bewerbung werden sollen. Das Vorhaben wird von Politik und Teilen der Wirtschaft als Chance für internationale Sichtbarkeit und Investitionen dargestellt, steht jedoch zugleich in der Kritik, weil zentrale Fragen zu Umweltfolgen, Flächenverbrauch, Verkehrsbelastung und finanziellen Risiken bislang nicht ausreichend geklärt sind.

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