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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Landesregierung bremst Windenergienutzung aus

27. Oktober 2017 | Windenergie, Klima & Energie, Energiewende

Neuer Windenergie-Erlass ist Rückschlag für naturverträglichen Ausbau der Windeenergienutzung

Windenergieanlagen im Rheinland. (D. Jansen)

Zum 30. Juni 2017 drehten sich nach Angaben der EnergieAgentur.NRW in Nordrhein-Westfalen 3.447 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 4.906 Megawatt. Im ersten Halbjahr 2017 konnte ein Zubau von 313,5 MW verzeichnet werden. NRW liegt damit beim gesamten Zubau hinter Niedersachsen an zweiter Stelle im Bundesvergleich. 

Allein in Nordrhein-Westfalen sind mindestens 18.500 Menschen im Bereich Windenergie tätig. Insgesamt betrug die Anzahl der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen laut EnergieAgentur.NRW gut 44.000. 

Doch diese Entwicklung droht ausgebremst zu werden. Denn die neue Landesregierung hat sich das Ziel gesetzt, der Windenergienutzung enge Fesseln anzulegen.

Mit der geplanten Änderung des Windenergie-Erlasses wird beabsichtigt, einseitige politische Vorgaben umzusetzen, die zum Ziel haben, einen naturverträglichen Ausbau der Windenergienutzung in Nordrhein-Westfalen auszubremsen.Kernpunkte des Erlass-Entwurfes sind

  • Regelabstände von Windenergieanlagen (WEA) zu reinen Wohngebieten von 1.500m,
  • der weitgehende Ausschluss von WEA im Wald.

Damit wird weder ein Fortschritt für den Natur- und Artenschutz erzielt, noch die Akzeptanz für die aus Klimaschutzsicht unerlässliche Energiewende gesteigert.

Schon jetzt ist im Eindenergie-Erlass hinreichend geregelt, dass ökologisch wertvolle Waldbereiche für den Bau von WEA tabu sind. Die Abstände werden im Einzelfall gemäß der immissionsschuzrechtlichen Vorgaben ermittelt. Warum eine WEA zukünftig deutlich schlechter als zum Beispiel ein Braunkohlentagebau - der bis 100 Meter an Siedlungen heranrücken darf - behandelt werden soll, bleibt unerklärlich.

Wenn die Landesregierung etwas für die Umwelt hätte tun wollen, dann hätte sie die regionalplanerischen Vorgaben verbessern müssen. Seit Jahren fordert der BUND die abschließende Steuerung der WEA-Standorte über Vorranggebiete mit der Wirkuung von Eignungsgebieten. Aber genau dies bleibt wohl auch bei der anstehenden Erlass-Novelle unberücksichtigt.

... die BUND-Stellungnahme zum Entwurf des Windenergie-Erlasses vom 23.10.2017

... Erlass-Entwurf der Landesregierung vom 12.09.2017

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