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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Schadstoffe aus Braunkohlenkraftwerken

Braunkohle ist kein sauberer Energieträger. In der geologisch jungen Kohle kommen zahlreiche Schadstoffe vor, die trotz des Einbaus von Elektrofiltern oder Rauchgasreinigungsanlagen in erheblichen absoluten Mengen in die Umwelt emittiert werden. Zwar halten die Braunkohlenkraftwerke die geltenden Grenzwerte ein, dennoch gefährden die Emissionen die menschliche Gesundheit. Auch die zurück bleibenden Kraftwerksreststoffe stellen ein Risiko dar.

Kraftwerke sind Dreckschleudern

Allein die vier großen RWE-Braunkohlenkraftwerke im Rheinland emittieren jährlich etwa 1.473 Tonnen der gesundheitsschädlichen Feinstaub-Partikel. Dazu kommen etwa 1.500 Kilogramm des Nervengifts Quecksilber und ein Mix aus Cadmium, Arsen, Blei, Zink, Schwefeldioxid, Stickoxiden und anderen Schadstoffen. Und das trotz vermeintlich bester Filtertechnik.

Insbesondere wegen der Quecksilber-Emissionen sind Braunkohlenkraftwerke in Verruf geraten. Mehr als 50 Prozent aller industriellen Quecksilber-Emissionen in NRW stammen aus den RWE-Braunkohlenkraftwerken. Das Schwermetall reichert sich in der Nahrungskette an. In allen NRW-Gewässern liegt die Quecksilberkonzentration in Fischen deutlich über der Umweltqualitätsnorm. Wird Methylquecksilber über Fisch aufgenommen, kann es zu schweren gesundheitlichen Schäden führen.

Kohlekraftwerke und Radioaktivität

Kohlekraftwerke sind als punktförmige Emittenten radioaktiver Substanzen schon seit langem bekannt. Bereits 1978 wies das international renommierte, allerdings atomfreundliche amerikanische Oak Ridge National Laboratory (ORNL) darauf hin, dass die radioaktive Belastung im Umfeld kohlebefeuerter Kraftwerke sogar noch höher sei als in der Umgebung von Atomkraftwerken. Sowohl die radioaktiven Isotope der Uran- als auch der Thorium-Kette finden sich in den Kraftwerksaschen und werden auch über die Schornsteine emittiert. Weltweit gelten Braun- und Steinkohlekraftwerke neben Atomkraftwerken als ein der größten größte Quellen radioaktiver Kontamination der Umwelt.

In den aktuellen Genehmigungsverfahren für Kohlekraftwerke in NRW spielt das Thema bislang nur eine untergeordnete Rolle. In den Umweltverträglichkeitsprüfungen kommt die Radioaktivität aus Kohlekraftwerken gar nicht vor. 

Hohe Externe Kosten

Braunkohle gilt allgemein als "preiswerter heimischer Energieträger". Doch dabei bleiben die hohen externen Kosten der Braunkohlengewinnung und -nutzung unberücksichtigt. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass der Preis für eine Kilowattstunde Braunkohlenstrom um mindestens 10 Cent höher liegen würde, wenn alle volkswirtschaftlichen Folgekosten - wie z.B. Gesundheitskosten - eingepreist würden. Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat berechnet, dass die nicht von RWE getragenen externen Kosten durch die Luftverschmutzung der Garzweiler-Kraftwerke Neurath und Frimmersdorf bei bis zu 1,051 bzw. 1,095 Milliarden Euro jährlich liegen. Noch höher liegen die von den RWE-Kraftwerken Niederaußem (bis zu 1,56 Mrd. €/a) und Weisweiler (bis zu 1,135 Mrd. €/a) verursachten Folgekosten.

 

Anteil der Braunkohlen an der Bruttostromerzeugung sowie an den Emissionen der Stromerzeugung. Quelle: UBA 2015

Feinstaub aus RWE-Kraftwerken

Feinstaub aus RWE-Kraftwerken

Quecksilber aus RWE-Kraftwerken

Quecksilber aus RWE-Kraftwerken

Vortrag

Braunkohle und Quecksilber. Vortrag von Dirk Jansen. 2016

Braunkohle und Quecksilber. Vortrag von Dirk Jansen, August 2016.

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Hintergrund

BUNDhintergrund "Radioaktivität aus Kohlekraftwerken". 2008

BUND-Hintergrund "Radioaktivität aus Kohlekraftwerken". 2008

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