In NRW zählt die Wechselkröte zu den stark gefährdeten Amphibienarten.
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- Nahezu jede zweite Art in NRW bedroht
- Flächenverbrauch und Schadstoffe tragen zum Artensterben bei
- Erfolge durch ehrenamtlichen Einsatz
Düsseldorf | Das massive Artensterben ist eine der größten Bedrohungen unserer Zeit. Deshalb nimmt der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den internationalen Tag des Artenschutzes am 3. März zum Anlass, um auf die prekäre Lage der Artenvielfalt in NRW hinzuweisen.
Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND NRW: „In unserem Land sind von den mehr als 43 000 bekannten Arten bereits etwa 45 Prozent in unterschiedlichem Maße gefährdet oder ausgestorben. Der Negativtrend und seine Ursachen sind seit langem bekannt, und doch ist diese Landesregierung auf den meisten Aufgabenfeldern untätig.“
Wesentliche Ursachen sind die Belastung der Landschaften durch Pestizide und andere Giftstoffe, die aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe resultierende Stickstofffracht, die Industrialisierung der Landwirtschaft sowie die zunehmende Versiegelung und Fragmentierung von Lebensräumen. Trotz erfolgreicher Hilfsprogramme für einzelne Arten ist keine Trendumkehr in Sicht, weil die Ursachen nicht bekämpft und vielfach nicht einmal die „Hausaufgaben“ erledigt werden. So fehlt es bei den meisten Schutzgebieten immer noch an der Erstellung und Umsetzung geeigneter Managementpläne.
Umso wichtiger ist das ehrenamtliche Engagement für den Schutz der Artenvielfalt. Aktive des BUND zeigen jeden Tag, wie es geht. Zu den erfolgreichen Projekten zählt beispielsweise das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“, das schon jetzt zur Stabilisierung der Bestände dieser gefährdeten Art beigetragen hat. Ebenso leisten jedes Frühjahr zahlreiche Ehrenamtliche mit dem Aufbau und der Betreuung von Amphibienzäunen einen unverzichtbaren Beitrag, um wandernde Frösche, Kröten und Molche vor dem Tod im Straßenverkehr zu bewahren.
Christine Thiel-Bender, Artenschutzreferentin des BUND NRW: „Artenschutz entscheidet sich nicht nur in Strategien, sondern ganz konkret vor Ort. Unsere Ehrenamtlichen zeigen jeden Tag, was möglich ist. Doch entscheidend ist, dass erfolgreiche Ansätze landesweit ausgebaut werden.“
Der BUND fordert die Landesregierung auf, den Artenschutz nicht nur mit einzelnen Projekten, sondern auch mit einem Landesprogramm Biologische Vielfalt voranzutreiben.
Verschiedene beispielhafte BUND-Artenschutzprojekte aus NRW: