Halbzeitbilanz beim Moorprojekt: Über 120 Hektar renaturiert

02. Juni 2026 | Moore, Naturschutz, Wälder, Lebensräume

Der BUND zieht nach drei Jahren Wiedervernässung auf der Bergischen Heideterrasse ein positives Fazit

  • Rund 400 Grabenverschlüsse errichtet
  • Große Beteiligung der Bevölkerung
  • Weitere hunderte Hektar sollen wiedervernässt werden

Köln | Drei Jahre nach dem Start des Projekts „Renaturierung von Moorlebensräumen auf der Bergischen Heideterrasse“ im April 2023 zieht der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine starke Zwischenbilanz: Auf insgesamt 14 Flächen wurden bislang Maßnahmen zur Wiedervernässung durchgeführt und damit über 120 Hektar wertvolle Moor- und Feuchtlebensräume renaturiert. Damit leistet der BUND angesichts zunehmender Dürresommer, sinkender Grundwasserstände und des dramatischen Artensterbens einen wichtigen Beitrag.

Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND NRW: „Moore gehören zu den effektivsten natürlichen Klimaschützern, die wir haben. Trotzdem wurden sie über Jahrzehnte trockengelegt und zerstört. Mit der Wiedervernässung holen wir diese wichtigen Lebensräume Stück für Stück zurück. Jeder verschlossene Graben hilft dabei, Wasser in der Landschaft zu halten, CO₂-Emissionen zu reduzieren und bedrohte Lebensräume zu sichern.“ 

Ein weiterer Erfolg des Projekts ist die breite Unterstützung aus der Bevölkerung: Seit Beginn der Maßnahmen engagierten sich bereits 877 Freiwillige bei Mitmach-Aktionen im Gelände. Insgesamt kamen dabei rund 3.700 Stunden ehrenamtlicher Einsatz für den Moorschutz zusammen. Gemeinsam mit dem Projektteam bauten die Helfer*innen rund 400 Grabenverschlüsse, pflegten Biotope und unterstützten konkrete Renaturierungsmaßnahmen vor Ort.

Und die Resonanz fällt äußerst positiv aus. Laut einer projektbegleitenden Umfrage bewerteten 80 Prozent der Teilnehmenden die Mitmach-Aktionen mit „sehr gut“, weitere 20 Prozent mit „gut“. Viele Freiwillige gaben zudem an, durch die Einsätze Wissen über Moore, Wiedervernässung, biologische Vielfalt und die Bedeutung intakter Feuchtgebiete erworben zu haben.

Martin Grund, Projektkoordinator des BUND NRW: „Besonders erfreulich ist die große Akzeptanz des Projekts in der Bevölkerung. Viele Menschen möchten nicht nur mehr über Moore lernen, sondern ganz konkret beim Schutz dieser Lebensräume mithelfen. Dieses Engagement ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Renaturierung.“

Auch in den kommenden Jahren sollen die Maßnahmen konsequent fortgesetzt werden. Während der Projektlaufzeit bis 2029 sollen auf der Bergischen Heideterrasse insgesamt rund 500 Hektar auf 68 Biotopflächen renaturiert werden. Dafür werden weiterhin Detailplanungen erstellt, Maßnahmen mit Behörden und Flächeneigentümer*innen abgestimmt und freiwillige Helfer*innen eingebunden.

Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Zusätzliche Mittel werden vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.

Hintergrund:
Die Bergische Heideterrasse ist ein schmaler, 80 Kilometer langer Naturraum zwischen Ruhr und Sieg. Die dort vorkommenden Heide- und Waldmoore zählen zu den besonders bedrohten Lebensräumen in Nordrhein-Westfalen. Die meisten Moore wurden jahrzehntelang für Bebauung, Land- und Forstwirtschaft trockengelegt. Hinzu kommen die Flächenversiegelung und die Folgen des Klimawandels, welche den empfindlichen Ökosystemen stark zusetzen.

 

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