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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Giftmüll in Bergwerken

18. September 2013 | Umweltgifte, Abfallpolitik, Klima & Energie

BUND fordert Überarbeitung des Überwachungskonzeptes / „Worst Case“-Betrachtung fehlt

Angesichts der aktuellen Debatte um die Einlagerung hochgiftiger Abfälle in die Steinkohlenbergwerke im Ruhrgebiet fordert der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine vollständige Überarbeitung des Überwachungskonzeptes. Es sei nicht erwiesen, dass die bis 2004 nach dem so genannten „Prinzip des vollständigen Einschlusses“ als Versatzmaterial in die Bergwerke Haus Aden/Monopol, Walsum und Hugo/Consolidation eingebrachten Umweltgifte dauerhaft sicher von der Biosphäre abgeschlossen seien. Eine entsprechende Entwarnung dürfe es nicht geben.

Insgesamt waren bis 2004 etwa 580.000 Tonnen Filterstäube, Gießereialtsande und sonstige Problemstoffe in den drei vorgenannten Bergwerken eingebracht worden. Der mit Schwermetallen wie Cadmium, Blei, Arsen, Quecksilber sowie Dioxinen und Furane angereicherte Sondermüll war damals als Wirtschaftsgut deklariert und unter Umgehung des Abfall- und Umweltrechts nach dem Bundesberggesetz entsorgt worden. Dagegen hatte der BUND 1993 vergebens geklagt. Neben diesen hochgiftigen Stoffen waren weitere etwa 1 Millionen Tonnen bergbaufremder Abfälle in 11 Bergwerken verklappt worden.

Der BUND kritisierte schon damals, dass ein Langzeitsicherheitsnachweis nicht geführt werden konnte. Wie der aktuelle Bericht der Landesregierung zeige, sind die Bergwerke Haus Aden/Monopol, Walsum und Hugo/Consolidation inzwischen „abgesoffen“ bzw. stehen kurz davor, womit der eingelagerte Giftmüll in den Grundwasserstrom gelangt. Da Wasserwegsamkeiten zur Oberfläche existieren können, ist eine Gefährdung oberflächennaher Grundwasserleiter nicht ausgeschlossen, wenn Schadstoffe untertägig ausgewaschen werden.

Die im Rahmen der bisherigen Überwachung der Grubenwässer ausgewerteten Proben ergaben, dass durchaus auffällige Werte z.B. für Cadmium, Zink, Arsen und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gemessen wurden. Dass tatsächlich kein Zusammenhang mit dem Versatzmaterial besteht, kann nach Ansicht des BUND erst durch weitere kontinuierliche Messungen belegt werden. Die Messungen müssten zudem auf alle Schadstoffe ausgedehnt werden, die auch im Versatzmaterial zu finden waren. Ein Unding sei, dass die alten Betriebstagebücher und Auswertungen nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren geschreddert wurden. Hier müsste eine unbegrenzte Aufbewahrungspflicht eingeführt werden.

Darüber hinaus regt der BUND an, sich schon jetzt Gedanken über den „Worst Case“ zu machen. Wenn jetzt oder in Zukunft Schadstoffe aus den „giftigen Untertage-Zeitbomben“ austräten, müssten Konzepte für eine Schadensbegrenzung bzw. Sanierung auf den Tisch.

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