Gemeinsam für den Luchs: BUND und NRW-Stiftung planen Projekt zur Wiederansiedlung

21. Januar 2026 | BUND, Luchs, Tiere und Pflanzen

Stiftung unterstützt mit Fördermitteln das Vorhaben des Verbands zur Rückkehr des Eurasischen Luchses nach Nordrhein-Westfalen

Die NRW-Stiftung übergibt dem BUND Fördermittel für das Projekt, (v.r) Artenschutzreferentin Dr. Christine Thiel-Bender, BUND-Vorsitzender Holger Sticht, Dr. Ute Röder, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung, Regionalbotschafterin Solveig Kukelies und Alexander Kappes, Sachbearbeiter in der Abteilung Naturschutz der NRW-Stiftung. (Foto: Julia Stratmann)

  • Förderung in Höhe von bis zu 144 000 Euro
  • Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt
  • Einrichtung einer Projektstelle geplant

Düsseldorf | Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) galt lange Zeit als verschollen, doch nun steht er vor einer möglichen Rückkehr nach NRW. Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) plant zusammen mit der Initiative Luchs NRW erste Schritte für ein Wiederansiedlungsprojekt in Nordrhein-Westfalen. Denn obwohl seit dem Jahr 2004 wieder vereinzelt Luchse in dieser Region gesichtet wurden, ist bisher kein Tier geblieben. Gemeinsam mit vielen Akteuren aus Jagd, Landwirtschaft, Wissenschaft, Stiftungen und Behörden wurde nun das Ziel formuliert, den Luchs in NRW aktiv anzusiedeln.

Dies geschieht im Rahmen des europaweiten Expertennetzwerks Linking Lynx und zusammen mit anderen aktuellen Auswilderungsprojekten in benachbarten Bundesländern, um die langfristige Rückkehr des Luchses in seine ursprüngliche Heimat zu gewährleisten. Der Vorstand der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, kurz NRW-Stiftung, hat jetzt beschlossen, dieses Vorhaben mit bis zu 144 000 Euro zu unterstützen. Am 21. Januar 2026 fand die offizielle Übergabe der Fördermittel in der Landesgeschäftsstelle des BUND in Düsseldorf statt.

Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND: „Der Luchs ist Teil unserer Natur und seine Rückkehr macht diese um ein Stück reicher. Doch den Luchsen muss auf die Sprünge geholfen werden, da die Zerschneidung unserer Landschaften durch Straßen und Siedlungen eine selbstständige Wiederansiedlung behindert.“

Dr. Ute Röder aus dem Stiftungsvorstand: „Die Wiederansiedlung des Luchses ist sinnvoll, weil sie zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt beiträgt, ein Vorkommen in Nordrhein-Westfalen bestehende Populationen in Nachbarländern miteinander vernetzen und ein Genaustausch stattfinden kann. Der menschenscheue Luchs erfüllt als großer Beutegreifer eine entscheidende Rolle im Ökosystem, die durch den Einfluss des Menschen in den vergangenen Jahrhunderten fast vollständig weggefallen ist.“

Als ersten Schritt hin zu einer Rückkehr des Luchses ist geplant, eine Projektstelle einzurichten, welche das angestrebte Luchsprojekt aufbauen und leiten soll. Auch intensive Netzwerkarbeit und Öffentlichkeitsarbeit sind geplant. Schließlich soll dieses Vorhaben durch eine breite Akzeptanz aller Beteiligten aus den Bereichen Forst, Landwirtschaft, Jagd, Wissenschaft und Naturschutz sowie der allgemeinen Bevölkerung getragen werden. Dafür beginnt nun die intensive Vorarbeit. Ab 2030 sollen die ersten Tiere in die Freiheit entlassen werden – eng begleitet und überwacht.

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