CASTOR-Transporte rollen: BUND kämpft weiter vor Gericht

23. März 2026 | Atomkraft, AVR Jülich, Atompolitik, Klima & Energie

Verband treibt Klage voran und beobachtet die ersten Transporte kritisch

  • Transporte starten trotz offener Sicherheitsfragen
  • BUND kündigt Einreichung der Klagebegründung an
  • Verband ruft zur Mahnwache gegen Transporte auf 

Berlin/Düsseldorf | Trotz anhaltender Kritik und ungeklärter Sicherheitsfragen sollen die umstrittenen CASTOR-Transporte von Jülich nach Ahaus nun starten. Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will dies nicht hinnehmen: Der Verband wird seinen im August 2025 eingelegten Widerspruch gegen die Beförderungsgenehmigung zum Transport von 152 CASTOR-Behältern weiter vorantreiben und kündigt an, noch in dieser Woche die Klagebegründung vorzulegen. Darin soll auch eine umfassende richterliche Prüfung der nur teilgeschwärzt vorgelegten Akten mit den sicherheitsrelevanten Informationen beantragt werden.

Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Abweisung des BUND-Eilantrags durch das Verwaltungsgericht Berlin im Ergebnis bestätigt. Gleichzeitig haben die Gerichte in den Eilbeschlüssen jeweils die Erfolgsaussichten der Klage ausdrücklich als „offen“ bewertet.
 
Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND: „Einerseits bescheinigen die Gerichte offene Erfolgsaussichten – andererseits rollen jetzt die Transporte. Das ist völliger Wahnsinn. Solange nicht alle Sicherheitsfragen geklärt sind, halten wir den Start dieser Transporte für rechtswidrig. Deshalb kämpfen wir weiter und werden am Donnerstag im Hauptverfahren unsere Klagebegründung einreichen, um eine vollständige Aufklärung und Bewertung der Risiken zu erreichen.“

Der BUND setzt im weiteren Verfahren darauf, dass eine gerichtliche Entscheidung noch rechtzeitig erfolgt, um die laufenden Transporte zu stoppen. Zugleich behält sich der Verband weitere rechtliche Schritte vor: Sollten sich zwischenzeitlich neue Erkenntnisse zu erhöhten Gefahren ergeben, kann im laufenden Klageverfahren jederzeit ein weiterer Eilantrag gestellt werden.
 
Außerdem ruft der BUND zu einer Mahnwache am Dienstag, 24. März, in Duisburg auf. Die Stadt im Ruhrgebiet, bevölkerungsreichster Ballungsraum in NRW, befindet sich in der Mitte der Transportstrecke von Jülich nach Ahaus. Die Mahnwache beginnt um 20 Uhr nahe der Autobahnbrücke A42, Hegentweg Ecke Rheindeichstraße. Aufgrund der begrenzten Parkflächen vor Ort sind die Teilnehmer*innen dazu aufgerufen, in der Umgebung zu parken.
 

Hintergrund:
Der BUND hatte gegen die am 25. August 2025 vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erteilte Beförderungsgenehmigung für 152 Castor-Behälter Widerspruch eingelegt. Dieser richtete sich auch dagegen, dass die Behörde den Sofortvollzug der Genehmigung angeordnet hatte. Nachdem der Widerspruch abgelehnt wurde, stellte der Verband beim Verwaltungsgericht Berlin einen Eilantrag, der wiederum abgelehnt wurde.

 

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