BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

BUND fordert Aufklärung über Industrie-Störfälle im Kölner Süden

31. Mai 2011 | Mobilität, Chemie

Anfrage an Bezirksregierung nach Umweltinformationsgesetz/ Verdacht auf mangelnde Aufklärung bei Shell, Evonik und Godorfer Hafen

Die Bezirksregierung Köln soll alle Störfälle veröffentlichen, die ihr seit 1990 von den Industriebetrieben im Kölner Süden gemeldet wurden. Dies fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der BUND hat dafür eine offizielle Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) an die Bezirksregierung gestellt. Hintergrund sind die jüngsten Schadensereignisse der Shell, bei der hunderte Autos durch austretende Säure beschädigt wurden. Das Unternehmen informierte zwar wie vorgeschrieben die Bezirksregierung über den Austritt der Giftstoffe. Allerdings erfuhren die Anwohner weder von der Bezirksregierung noch vom Unternehmen direkt etwas über die Störfälle. Das Unternehmen hat sich mittlerweile für die skandalöse Informationspolitik entschuldigt und versprochen, die Anwohner zukünftig umfassend und schnell zu informieren.

 

Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND hierzu: „Wir vermuten, dass dies nur die Spitze des Eisberges von zahlreichen Störfällen im Kölner Süden ist, die von der Bezirksregierung und den Unternehmen nicht veröffentlich wurden. Insbesondere Unternehmen wie die Häfen- und Güterverkehr Köln (HGK) und Evonik, die beide vehement den Ausbau des Godorfer Hafens fordern, stehen im Verdacht, die Umweltbelastungen für die Bürger seit Jahren zu verschweigen, um den Hafenausbau nicht gefährden. Diese Intransparenz ist völlig unakzeptabel, da der Godorfer Hafen der zweitgrößte Gefahrguthafen in Deutschland ist und ein großes Gefahrenpotential für Köln darstellt.“

 

Laut UIG muss die Bezirksregierung die Anfrage des BUND in den kommenden vier Wochen beantworten und die entsprechenden Informationen veröffentlichen. Durch die veröffentlichten Störfälle könnten sich die Bürger zum ersten Mal einen richtigen Eindruck von den Umweltbelastungen durch den Godorfer Hafen und die Industrieunternehmen im Kölner Süden machen. Dies ist umso wichtiger, weil die Kölner Bürger am 10. Juli über den Ausbau des Godorfer Hafens abstimmen sollen.

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