Fotokollage mit Luchs und Wildkatze (Christian Breuer, Siegerland Wildlife )
- Europas wilde Katzen sind zurück - und brauchen unsere Hilfe
- Wildkatzen-Projekte laden zum Mitmachen ein
- Der Luchs schafft es nicht alleine zurück nach NRW
Düsseldorf | Anlässlich des jährlichen Weltkatzentags am 8. August macht der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auch auf die wilden Katzen unseres Landes aufmerksam. Während sich die scheue Wildkatze in den vergangenen Jahrzehnten langsam wieder in NRW ausbreiten konnte, ist der Luchs bislang nicht dauerhaft zurückgekehrt. Beide Arten stehen sinnbildlich für den Zustand unserer Wälder – und dafür, wie wichtig konsequenter Natur- und Artenschutz ist.Die Europäische Wildkatze – eine heimliche Rückkehrerin
Auch wenn sie nicht die direkte Ahnin unserer Hauskatzen ist, gehört die Europäische Wildkatze zur erweiterten Familie. Anders als ihre domestizierten Verwandten lebt sie jedoch ausschließlich in der freien Natur – vorzugsweise in naturnahen, ruhigen Laub- und Mischwäldern. Von der Eifel über Rothaargebirge bis hin zum Eggegebirge sind Wildkatzen in NRW wieder auf dem Vormarsch. Doch ihr Überleben ist alles andere als sicher.Christine Thiel-Bender, Artenschutzreferentin des BUND NRW: „Die Wildkatze zeigt uns, wie wertvoll und verletzlich naturnahe Wälder sind. Damit sie dauerhaft überleben kann, brauchen wir mehr miteinander verbundene Lebensräume, einen entschlossenen Schutz ihrer Rückzugsgebiete und die Unterstützung der Menschen vor Ort." Gefahren drohen ihr vor allem durch den Straßenverkehr, durch Zerschneidung und Verlust ihres Lebensraums sowie durch genetische Vermischung mit Hauskatzen.Der BUND fordert daher verstärktes Engagement für die Wildkatze – und ruft Bürger*innen, Flächeneigentümer*innen und politische Entscheidungsträger*innen zum aktiven Mitmachen auf. Hierfür gibt es gleich mehrere Wege:
- Kastratrion von Freigängerkatzen: Katzenhalter*innen sollten ihre Freigänger konsequent kastrieren lassen. So lassen sich unkontrollierte Vermehrung und Paarungen mit Wildkatzen vermeiden – ein entscheidender Beitrag zum Schutz beider Arten.
- Mitmachen bei Pflanzaktionen und Zaunabbau: Im Rahmen des bundesweiten Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“ lädt der BUND regelmäßig zu öffentlichen Pflanzfesten, Zaunabbauten und Naturwanderungen ein.
- Wildkatzenbotschafter*in werden: Wer sich langfristig engagieren möchte, kann sich zur ehrenamtlichen Wildkatzenbotschafter*in ausbilden lassen – der BUND bietet dafür Schulungen und Unterstützung an.
- Flächen wildkatzengerecht gestalten: Waldbesitzende und -bewirtschaftende können ihre Flächen wildkatzengerecht gestalten und damit nicht nur der Wildkatze, sondern auch dem Klima- und Artenschutz dienen. Der BUND berät gerne zu geeigneten Maßnahmen.
Der Luchs – Rückkehrer mit Hindernissen
Anders sieht es beim Luchs aus: Während in anderen Regionen Deutschlands bereits kleine Populationen entstehen konnten, fehlt es in NRW bislang an einer tragfähigen Basis für eine Rückkehr. Seit der letzten dokumentierten Sichtung 2018 gilt der Luchs in NRW wieder als verschollen.Gründe dafür sind unter anderem fehlende vernetzte Lebensräume, geringe Akzeptanz in manchen Regionen und der Umstand, dass weibliche Tiere selten weit wandern – und männliche Tiere nur bleiben, wenn Artgenossinnen vorhanden sind. So entsteht ohne gezielte Unterstützung kaum eine neue Population. „Der Luchs ist nicht nur ein Symboltier für Wildnis und Artenvielfalt, sondern auch ein echter Gradmesser für die ökologische Qualität unserer Wälder. Damit er nach NRW zurückkehren kann, braucht es mehr als Geduld – nämlich gezielte Maßnahmen, politische Rückendeckung und die Akzeptanz der Bevölkerung“, erläutert Thiel-Bender.Der BUND setzt sich daher seit Jahren dafür ein, geeignete Lebensräume für den Luchs zu sichern und langfristig eine Rückkehr zu ermöglichen. Denn auch der Luchs gehört zu einer intakten, artenreichen Waldlandschaft – und zu einem lebendigen NRW.
Mehr Informationen:
- Wildkatzenprojekte: Rettungsnetz Wildkatze
- Aktiv werden: Mitmach-Aktionen rund um die Wildkatze
- Mehr zum Luchs: Der Luchs in NRW
Druckfähiges Bildmaterial zur kostenfreien Nutzung finden Sie unter: Pressebilder BUND NRW
Ansprechpartnerinnen:
- Katharina Stenglein, Projektkoordinatorin Wildkatze des BUND NRW, Telefon: 0211-302005-23, Mail: katharina.stenglein(at)bund.net
- Christine Thiel-Bender, Artenschutzreferentin des BUND NRW, Telefon: 0211-302005-23, Mail: christine.thiel-bender(at)bund.net