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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Weltwassertag: Strategie gegen Gewässer-Verunreinigungen fehlt

21. März 2017 | Flüsse & Gewässer, Wasser

Abwasser, Kunststoffpartikel und Abwärme bleiben problematisch

Noch immer verunreinigen Abwässer unsere Fließgewässer.

Trotz der Fortschritte in der Reduzierung und Behandlung von Abwasser werden immer noch zu viele Schadstoffe, Kunststoffpartikel und Wärme in die Gewässer Nordrhein-Westfalens eingeleitet. Anlässlich des Weltwassertages am 22. März fordert  der BUND einen Maßnahmenkatalog, der die wesentlichen  Verunreinigungen erfasst und an der Belastungsquelle angeht.

Entsprechend der Qualitätsanforderungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hätten die Gewässer seit 2015 wieder in einem naturnahen Zustand sein müssen. Dieses Ziel erreichen aber weniger als 10 Prozent an die EU zu meldenden Flüsse und Bäche. Grund hierfür ist auch die Vielzahl an Einleitungen und Einträgen an wassergefährdenden Pestiziden, Bioziden, pharmazeutische Rückständen oder Schwermetallen, die einzeln oder als Cocktail die Lebensgemeinschaften der Gewässer beeinträchtigen können. Nur ein Bruchteil von diesen Belastungen wird bisher umfassend ermittelt und  geregelt. Nicht oder kaum erfasst sind zum Beispiel die Einläufe aus der Landwirtschaft wie etwa Drainagen-Abwasser, Abläufe aus Gülletanks und verunreinigtes Niederschlagswasser.  Aber auch das undichte Abwasser-Kanalnetz in Städten machen den Gewässerökosystemen zu schaffen, sind aber bisher nur unzureichend überprüft und Lecks weitgehend nicht saniert. Auch die ungeklärte Einleitung von PCB-haltigem Grubenwasser sorgt für Gewässerverunreinigungen.

Betroffen sind auch Grundwasser und Kleinstbäche, die mehr als 70 Prozent der Gewässerstrecke in NRW ausmachen. Ein Problem besteht darin, dass noch zu wenig dafür getan wird, um Schadstoffrachten zu erheben und  problematische Substanzen durch gewässerverträgliche Stoffe und Produkte zu ersetzen. Der Fokus liegt noch immer auf teuren End-of-Pipe-Lösungen wie Kläranlagen, Abwassertanks oder Rückhaltebecken, die oft in den wenigen verbliebenen Auen gebaut werden und damit die Gewässer weiter einengen. Zudem werden Problemstoffe auch weiterhin über das Niederschlagswasser ungereinigt in die Gewässer eingeleitet. 65 Prozent der Fließgewässerstrecke sind hiervon betroffen. Diese Praktiken verstoßen gegen das Verschlechterungsverbot und die Verbesserungspflicht der WRRL.

Der BUND fordert, dass vor allem verbindliche Pläne zur Minimierung und Beendigung von Schadstoffen auf den Weg gebracht werden. Dies muss einhergehen mit einer Produktpolitik, die die Standards des Gewässerschutzes erfüllt. Zudem sind alle wesentlichen Verunreinigungsquellen zu erfassen und die Vorgaben zur Reinhaltung der Gewässer durchzusetzen. Hierfür müssen auch mehr Personal und Geld für die Umweltverwaltung bereitgestellt werden. Um die Umsetzung dieser Anliegen sicherzustellen, bedarf es einer Anpassung der Gebührenpolitik: Alle Verunreiniger  sind an den Kosten der Reinhaltung von Bächen, Flüssen und Grundwasser zu beteiligen. Bisher gibt es noch zu großzügige Ausnahmen oder Vergünstigungen wie etwa für Großmastbetriebe, Produkthersteller oder Kraftwerksbetreiber.       

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