Mehrere tote Biber an der Niers

07. September 2025 | Biber

Zwischen Kevelaer und Weeze wurden an mehreren Uferstellen entlang der Niers tote Biber gesichtet.

Toter Biber am Niers-Ufer, 31.08.2025 Toter Biber am Niers-Ufer, 31.08.2025  (Justus Siebert)

Stand-Up-Paddler hatten auf ihrer Tour mindestens vier Kadaver von Bibern gesichtet und uns gemeldet. Eine solche Häufung ist schon ungewöhnlich. Die Kadaver waren teils schon stark verwest, woran die Tiere gestorben sind konnte spontan nicht festgestellt werden. Und auch für eine Untersuchung auf Gifteinwirkung oder Gewaltanwendung / Einschüsse war es zu spät. Dafür zuständig ist die Untere Naturschutzbehörde im Kreis Kleve, die auf unsere Email-Anfrage diesbezüglich leider nicht reagiert hat.

Natürliche Ursachen wie Stress durch einen gesunkenen Wasserspiegel im Sommer sind zwar nicht auszuschließen, eine absichtliche oder unabsichtliche Einwirkung durch Menschen ist jedoch wahrscheinlicher. Am Niederrhein, und somit auch entlang der Niers, hat sich der Biber seit mehreren Wiederansiedlungsprojekten vor rund 20 Jahren stetig ausgebreitet. Was in dieser stark von der Landwirtschaft geprägten Landschaft nicht nur Freude hervorruft, wie im benachbarten Sonsbeck zu erfahren war. Dort sorgt eine seit Jahren ansässige Biber-Familie für anhaltende kontroverse Diskussionen, wie mit den in Entwässerungsgräben gebauten Biber-Dämmen umzugehen ist. Und auch im ebenfalls nicht weit entfernten Issum ist man inzwischen offenbar nicht mehr stolz auf die dortigen Biber-Dämme und damit geschaffenen Biber-Teich-Biotope. Mindestens ein Biberdamm wurde kürzlich komplett entfernt, mit behördlicher Genehmigung, mit Unverständnis seitens naturbewusster Einwohner:innen. 

Ob mit oder ohne Genehmigung: dem Biber wird am Niederrhein inzwischen zu Leibe gerückt, wenn nicht direkt ihm selbst, dann seiner Wohnstatt, was die Jungenaufzucht gefährdet oder unmöglich macht. Bedeutet, der Biber kann sich hier nicht wieder ansiedeln, was auch beabsichtigt ist. Eine Rolle spielt dabei auch unser vor langer Zeit verloren gegangenes Wissen um den Umgang mit dem Biber, so bedeutet ein Biberdamm nicht automatisch vollgelaufene Keller oder Überflutung nach einem Starkregenereignis, wie oft befürchtet, eher im Gegenteil. Dafür braucht es fachliche Begutachtung vor Ort, am besten von einem Wasserbauingenieur, der sich auch mit Bibern auskennt. Die gibt es, wenn auch nicht so zahlreich und überall, z.B. in der Rureifel, beim Wasserverband Eifel-Rur, wo es inzwischen eine 40-jährige Erfahrung im Umgang mit dem Biber gibt. Wäre der Wille da, wäre da auch ein Weg.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb