BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Landesregierung forciert Flächenfraß - Volksinitiative Artenvielfalt NRW fordert Stopp der Neuversiegelung

16. September 2020 | Freiraumschutz, Landesplanung, Lebensräume, Naturschutz

Konzept der Landesregierung ist "zahnloser Tiger"

Als „zahnlosen Tiger“ kritisieren die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) das heute von Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser vorgestellte ‚Maßnahmenpaket zur intelligenten und effizienten Flächenentwicklung“. Das Paket enthalte überwiegend Placebos und löse nicht das Problem des weiterhin fortschreitenden Flächenfraßes.

Im mehrjährigen Mittel gehen in NRW Tag für Tag noch immer etwa 12 Hektar Freiraum durch neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßenbau, Tagebau, Kies-Abbau und andere Abgrabungen unwiederbringlich verloren. Dazu hat nach Ansicht der Verbände die Streichung landesplanerischer Flächensparvorgaben durch Schwarz-Gelb erheblich beigetragen. Die jetzt vorgestellten Maßnahmen der Landesregierung sind nach Ansicht von BUND, LNU und NABU nicht ansatzweise geeignet, diesem Negativtrend entgegen zu wirken. Deshalb müsse sich die Landesregierung den zusätzlichen unwiederbringlichen Verlust bei Tier- und Pflanzenarten ankreiden lassen.

Mit der ‚Volksinitiative Artenvielfalt NRW‘ fordern die Verbände deshalb eine neue Landesentwicklungsplanung mit Regelungen und Instrumenten, die verbindlich den Flächenverbrauch im Land bis 2035 auf Null absenken. Wenig hilfreich seien die heute von der Umweltministerin vorgestellten Einzelmaßnahmen, wenn gleichzeitig das Wirtschafts- oder das Verkehrsressort eine gegenteilige Entwicklung forcierten.

Die Volksinitiative Artenvielfalt wurde durch die NRW-Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ins Leben gerufen, um eine landesweite Kampagne zum Erhalt der Artenvielfalt in NRW durchzuführen. Ziel der Initiative unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den NRW-Landtag einzubringen und das Land so zu mehr Natur- und Artenschutz zu bewegen. Eine Übersicht über die weiteren bisher 52 Unterstützer*innen der Volksinitiative findet man auf der Webseite www.artenvielfalt-nrw.de.

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