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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Hambacher Wald: Verwirrende RWE-Planungsspiele

20. Januar 2020 | Braunkohle, Braunkohle - Leitentscheidung, Hambach, Energiewende, Naturschutz

Konzern verspielt letzten Rest an Glaubwürdigkeit

Die heute von der NRW-Landesregierung vorgestellte neue Hambach-Planung. [Quelle: NRW-Energieministerioum/RWE Power AG]

Auf heftige Proteste des BUND und vieler Umweltschützer*innen stießen die RWE-Vorstandschef Schmitz in der letzten Woche gegenüber Medien geäußerte Absicht, trotz Erhalt des Hambacher Waldes links, rechts und hinter dem Wald vorbei baggern und auch die Dörfer Morschenich und Manheim von der Landkarte tilgen zu wollen. Dies sei zur Gewinnung von Material für die Gestaltung der Innenkippe des Tagebau notwendig, so RWE. Die dadurch entstehende Insellage des "Hambi" wäre für den Wald fatal gewesen. Eine "Zerstörung" durch die Hintertür wäre nicht auszuschließen, so die BUND-Befürchtung.

Heute rudert RWE teilweise zurück. Der Hambacher Wald bliebe erhalten, die Insellage entspräche nicht den RWE-Planungen.

Die heute ebenfalls von NRW-Energieminister Andreas Pinkwart der Presse vorgestellte offizielle Planungskarte würde in der Tat bedeuten, dass Morschenich sicher wäre. Aber östlich des Hambi will RWE offenbar weiterbuddeln.

Aber auch diese neue  Planung ist weder nachvollziehbar, noch sachgerecht.  Es ist im Tagebau selbst (auf den tieferen Sohlen und der Sophienhöhe) genug Material vorhanden, um die Innenböschungen des Tagebaus zu gestalten. Auch für eine östliche Umfahrung des Hambi besteht damit keine Rechtfertigung. RWE geht es offensichtlich mal wieder nur ums Geld. Dabei wird dem Konzern der Kohleausstieg ja schon mit Steuergeldern massiv versilbert. Es ist für RWE billiger, neue Flächen im Osten des Waldes zur Materialgewinnung abzubaggern, als die bisherigen Planungen grundsätzlich neu zu überdenken.

Aus ökologischer Sicht ist es natürlich widersinnig, ungestörte, nach der Eiszeit über 12.000 Jahre entstandene Böden zu zerstören, um damit die Innenkippe des Tagebaus oder die Sophienhöhe anzuschütten. Ein Stück Natur soll für die Schaffung von Ersatz-Natur zerstört werden. Nach den neuen Planungen würde der Hambacher Wald zwar nicht in eine Insellage geraten, er würde aber „verinseln“, abgeschnitten vom Umland im Süden durch die Hambach-Bahn, die Autobahn und die Bahnstrecke, im Westen durch die Tagebaueinrichtungen und im Osten durch eine Abgrabungsfläche. Damit würden auch alle ökologischen Wirkbeziehungen unterbunden, insbesondere auch der wichtige Austausch mit dem FFH-Gebiet Steinheide im Südosten des Tagebaugebietes. Unsere Planungen, den Hambi zum Kern eines neuen Biotopverbundsystems im ehemaligen Braunkohlenrevier zu machen, wären damit hinfällig.

Im Übrigen steht auch diesen Plänen das BUND-Schutzgrundstück im Osten entgegen, dass wir mit allem, was wir haben, weiter verteidigen werden. Der BUND sieht nicht, welches Allgemeinwohlinteresse RWE anführen könnte, um dessen Zwangsenteignung zu rechtfertigen.

Wir fordern die Landesregierung auf, in der neuen Leitentscheidung festzuschreiben, dass es keine weitere Ausdehnung des Tagebaus geben darf. Der jetzt erreichte Stand der obersten Tagebausohle muss auch der Endstand bleiben.

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