Gemeinsam für die Wildkatze: Wälder vielfältiger und klimastabiler gestalten

11. März 2026 | Wildkatze, Wälder, Tiere und Pflanzen, Naturschutz, Naturschutz, Lebensräume, BUND Aktivitäten

Austausch, Praxisimpulse und neue Ideen beim dritten Wildkatzenforum in NRW

Junge Wildkatze (Foto: Jan Preller, Wald und Holz NRW)

Wie können unsere Wälder so gestaltet werden, dass sie der Europäischen Wildkatze langfristig Lebensraum bieten und gleichzeitig klimastabil und artenreich sind? Diese Frage stand im Mittelpunkt des dritten NRW-Wildkatzen-Forums, dem regelmäßigen Austauschformat aller Beteiligten des Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“. Zu dieser Veranstaltung durfte der BUND zahlreiche Vertreter*innen aus Forst, Naturschutz, Behörden und Wissenschaft begrüßen. 

In seinem Grußwort hob Thomas Kämmerling, Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz NRW, die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen Forstpraxis und Naturschutz hervor. Die Wildkatze sei nicht nur eine Leitart für naturnahe Wälder, sondern auch ein verbindendes Element im Dialog unterschiedlicher Akteure: 
„Erfolgreicher Naturschutz gelingt dann besonders gut, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und ein gemeinsames Ziel verfolgen“, so Kämmerling. Damit sei das Wildkatzenprojekt ein starkes Signal auch für zukünftige Kooperationen – zum Wohl der Wildkatze und zum Wohl unserer Wälder insgesamt.

Praxisnahe Impulse für wildkatzengerechte Wälder
In den Fachvorträgen wurde deutlich: Wildkatzenschutz beginnt bei der Struktur des Waldes. Als Maßnahmen zur Strukturanreicherung wurden unter anderem diskutiert:

  • die Schaffung von Offenlandbereichen im Wald,
  • die Erhöhung der Attraktivität von Waldinnenrändern,
  • sowie die Herstellung strukturreicher Wälder mit Totholzinseln, Rückzugsräumen und vielfältigen Übergangsbereichen.

Die Wildkatze profitiert stark von kleinräumigen Strukturen, ausreichenden Versteckmöglichkeiten und einem vielfältigen Nahrungsangebot. Gleichzeitig leisten diese Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität insgesamt und erhöhen die Resilienz der Wälder gegenüber den Folgen des Klimawandels.

Dr. Christine Thiel-Bender, Artenschutzreferentin und Projektleiterin beim BUND NRW, brachte es auf den Punkt: „Wildkatzenschutz heißt immer auch Waldzukunft gestalten. Wenn wir Strukturen fördern, die der Wildkatze zugutekommen, stärken wir zugleich viele andere Arten und machen unsere Wälder robuster gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels.“

Austausch auf Augenhöhe
Neben den fachlichen Impulsen diente das Forum auch als Plattform für offenen Austausch. Praktiker*innen berichteten von ihren Erfahrungen im Umgang mit Dürre, Kalamitätsflächen und waldbaulichen Anpassungen. Naturschutzfachleute stellten konkrete Maßnahmen vor, die bereits erfolgreich umgesetzt wurden und Wissenschaftler*innen präsentierten aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung. Deutlich wurde dabei, dass der Schutz der Wildkatze nur gemeinsam gelingt: durch kontinuierlichen Dialog, gegenseitiges Verständnis und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Ausblick: Mehr Praxis
Das große Interesse und die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen, wie wichtig dieser Austausch ist. Für zukünftige Veranstaltungen ist angedacht, den Praxisbezug weiter zu vertiefen.

Das Wildkatzen-Forum bleibt damit ein lebendiger Treffpunkt für alle, die Wälder artenreicher, strukturreicher und klimafit gestalten möchten, im Sinne der Wildkatze und weit darüber hinaus.


Hintergrundinformation:

Das Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird von Oktober 2022 bis Oktober 2028 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie in NRW durch Mittel des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Wildkatzenwälder von morgen
Praxisempfehlungen für klimarobuste Wälder
Naturschutz im Landesbetrieb Wald und Holz NRW
 

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