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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

BUND NRW begrüßt Planungsende für Godorfer Hafenausbau

30. September 2019 | Binnenschifffahrt, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz, Wasser, Mobilität

Naturschutzgebiet gerettet - Bürgerwillen berücksichtigt - Risiken vermieden

BUND-"Auenkrieger" im Jahr 2011 (v.l.n.r.): Holger Sticht, Hubert Weiger, Werner Reh und Paul Kröfges. [Foto: D. Putscher]

Mit dem Ratsbeschluss vom 26. September hat der Kölner Stadtrat einen Schlussstrich unter 30 Jahre überflüssiger Hafenplanung in Köln Godorf gezogen. So lange schwebte das Damoklesschwert des Hafenausbaus auf Kosten von Natur, Rheinlandschaft und Anwohner*Innen über dem Kölner Süden. 15 Hektar Naturlandschaft und die wichtigste natürliche Pufferzone zwischen Anwohner*innen und Chemiewerken wären zerstört worden.

"Engagierte Bürgerinnen und Bürger wehrten sich mit kreativen Aktionen, Demonstrationen, Veranstaltungen aber auch mit großer Sachkompetenz gegen diese Zumutung der Kommunalpolitik, die vor allem von der Kölner SPD bis zuletzt verfolgt wurde", so der langjährige Hafenausbaugegner Paul Kröfges. Insofern sei der finale Hafenausbau-Stopp ein großartiger Erfolg.

Der BUND hat die Bürgerinnen und Bürger vor Ort über viele Jahre beraten und mit allen Kräften unterstützt. "Dramatischer Höhepunkt war sicher das Jahr 2009, in dem von großen Demonstrationen begleitet, das Naturschutzgebiet gerodet und unter großem Polizeiaufgebot, als gelte es einen Terroranschlag zu verhindern, der erste Spatenstich durch Lokal- und Landespolitiker vollzogen wurde", erinnert sich Kröfges. Dem von Anwohner*innen juristisch erfochtenen Baustopp folgten weitere vom BUND und der Aktionsgemeinschaft initiierte Demonstrationen, zahlreiche Info- und Protestversammlungen, Mahnwachen, ein Auencamp, Strafanzeigen, eine EU-Beschwerde und schließlich eine Bürgerbefragung. 

Erst ein klarer Sieg vor Gericht aber brachte 2012 die Planfeststellung zu Fall, so dass wieder Zeit und Raum für politische Basisarbeit entstand. Mit überzeugenden ökonomischen und ökologischen Argumenten gelang es nach und nach, die Kölner CDU zu einer Kursänderung zu bewegen. Und während die Kölner SPD in Nibelungentreue zu dem unglückseligen Ausbauprojekt stand, formierten sich neue Mehrheiten. Henriette Reker, Bürgermeisterkandidatin für CDU, Grüne und FDP versprach 2015 u.a. ein Moratorium für den Hafenausbau, gewann die Wahl und hielt Wort. Mit dem Ratsbeschluss vom 26. September 2019 wurde jetzt für klare Verhältnisse gesorgt. Besonders erfreut zeigt sich der BUND über den Beschluss zur Übernahme des insgesamt 35 Hektar großen Naturschutzareals der „Sürther Aue“ durch die Stadt, mit der Absicht, diesen dauerhaft als Naturraum zu erhalten.

Der BUND bietet der Stadt Köln jetzt an, dieses wertvolle Naturareal in Obhut zu nehmen und mit Vertragsnaturschutz entsprechend zu pflegen, zu schützen und zu entwickeln.  

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