Biber am Sülz-Ufer sitzend
(Justus Siebert)
An der Sieg gibt es inzwischen zahlreiche Fundstellen, von der Siegmündung in den Rhein bis zum Quellgebiet der Sieg bei Siegen. Auch wenn es bislang keine Belegfotos von Jungtieren gibt, es ist aufgrund der Häufigkeit der Fundstellen davon auszugehen, dass es sich um mehrere Familien handelt, keine Einzeltiere. An der Sülz, unweit ihres Zuflusses in die Agger, die wiederum in die Sieg mündet, hat es seitdem ebenfalls vereinzelte Biber-Spuren gegeben. Ende 2023 dann auch eindeutige Fraßspuren und Beweisfoto per Fotofalle bei Rösrath. Eine erfreuliche Entwicklung, zumal es wenig Konfliktpotential an diesen drei Flüssen gibt, weil sie kaum landwirtschaftlich genutzte Flächen oder Wohngebiete durchfließen. Eher naturnahe Abschnitte mit ausreichend Ausbreitungsmöglichkeiten für den Biber.
Dennoch bleibt abzuwarten, wie groß die Akzeptanz dem Biber gegenüber sein wird, im Kreis Rhein-Berg und im Siegerland. In letzterem ist die Rückkehr eines anderen Ureuropäers kürzlich gescheitert, aufgrund der mangelnden Akzeptanz durch einige wenige Waldbauern: die freilebende Wisent-Herde im Kreis Siegen-Wittgenstein ist nicht mehr frei, laut richterlichen Beschluss wurde sie eingefangen und fristet nun in einem eingezäunten Areal ein Leben in der Warteschleife, was mit ihnen passieren soll ist noch ungewiss. Aber mit einer Rückkehr in die Freiheit des Rothaarsteiges ist nicht mehr zu rechnen. Den Wisenten wurde zum Verhängnis, dass sie nicht, wie vorgesehen, im Siegen-Wittgenstein blieben, sondern ins benachbarte Sauerland streiften, und dort auf forstwirtschaftlichen Flächen Bäume, v.a. Buchen schälten und damit schädigten. Kein gutes Omen für den Biber, wenn auch Weiden von ihm bevorzugt werden, die forstwirtschaftlich keine Rolle spielen. Um so wichtiger ist es, die bislang überwiegend positiven Reaktionen auf die Rückkehr des Bibers an Sieg und Sülz weiter zu bestärken.