So werden Ihre Fenster sichtbar für Vögel
Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, Fenster und Türen für Vögel sichtbar zu machen ist das Spannen von Leinen, Bändern und Drähten von außen vor dem Glas. Diese können zum Beispiel in Baumärkten oder Bastelgeschäften erworben und schnell befestigt werden. Zum Beispiel können dicke Schnüre/Kordeln zu einem "Kordelvorhang" verknüpft werden. Auch können als sogenannten Fliegenvorhängen einzelne Kordeln entfernt werden, sodass ein Abstand von bis zu 10 cm entsteht. Schnüre können auch durch Drähte ersetzt werden. Diese können auch um Nägel im Fensterrahmen gespannt wurden. Schwarze, weiße oder rot/orangene Bänder sind von Vögeln am besten als Hindernisse zu erkennen, wenn sie zum Hintergrund einen guten Kontrast bilden.
Außerdem können Fischernetze vor die Fenster gehangen werden. Diese haben dann nicht nur vertikale Schnüre. Jedoch sollten natürlich keine unsichtbaren Vogelfangnetze genutzt werden!
(Verschiedene Beispiel-Bilder in der Bildergalerie unten.)
Von außen angebrachte Fliegengitter helfen gehen Vogelschlag: Diese vermindern Spiegelungen und die Durchsicht. Zusätzlich dienen sie mit etwas Abstand vor Glasflächen angebracht auch als "Schutznetz", die den direkten Anprall von Vögeln an Glas verhindern, falls die doch noch Richtung Scheibe fliegen.
(Beispiel-Bild in der Bildergalerie unten.)
Seien Sie kreativ! Mit wasserfester Glasmalfarbe oder Stiften können Sie selbst Muster und Formen von außen auf Scheiben malen. Auch Window Color kann genutzt werden und ist getrocknet wasserfest und auch bei Regen sehr gut haltbar. Auf dem Beispiel-Bild ind er unteren Bildergalerie sehen ein einee Scheibe aus einem Gewächshaus, das von Schülern sichtbar für Vögel gestaltet wurde.
Am besten eignen sich die Farben schwarz, weiß, rot und orange. Achten Sie auf starke Kontraste. Außerdem gilt auch hier die Handflächenregel (maximaler Abstand zwischen gezeichneten Elementen 10 cm).
Alle Kriterien für vogelfreundliche Muster finden Sie hier.
Von außen montierte Jalousien helfen gegen Spiegelungen und Durchsicht. Bei nicht spiegelndem Glas können sie auch innen angebracht werden und verhindern so die Durchsicht.
Jalousinen können allerdings nur wirken, wenn sie dauerhaft heruntergelassen sind. Auf dem Beispiel-Bild in der unten folgenden Bildergalerie sehen Sie ein Beispiel bei dem der Vogeslchutz nicht gänzlich gegeben ist.
Farben können zwar von Vögeln erkannt werden, dienen jedoch nur bedingt als Hindernis, also als Schutz vor Vogelschlag. Das Glas sollte matt sein oder deckend farbig, um auch dort die Durchsicht zu verhindern. Nebenbei schaffen mattierte und undurchsichtige Gläser, wie die der Balkonbrüstungen im Beispiel-Bild unserer Bildergalerie, Privatsphäre.
Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber Graffiti können die von Glas ausgehende Gefahr – zum Beipiel bei Lärmschutzwänden – entschärfen und so eine vogelfreundliche Wirkung haben. Natürlich sollte niemand ohne Erlaubnis der Besitzer Graffiti anbringen. Es gibt Graffiti-Künstler*innen, die individuelle Auftragsarbeiten ausführen. Das Beispiel-Bild in der unten folgenden Bildergalerie zeigt nicht legale Graffitis auf einer Lärmschutzwand, die eigentlich schon durch Streifen für Vögel sichtbar gewesen wäre.
Perforierte Folien und Banner lassen sich nachträglich vor Fassaden kleben oder spannen. Sie können individuell bedruckt und werbewirksam genutzt werden. Auf dem Beispiel-Bild unserer unten folgenden Bildergalerie sehen Sie ein Fussballmotiv, welches auf eine perforierte Folie gedruckt wurde, die ein Gebäude dekoriert. Diese Methode lässt sich auch gut als Werbefläche nutzen.
Im Internet lassen sich viele verschiedene Hersteller für perforierte Fassadenbanner und Lochfolien finden. Lassen Sie sich individiuell beraten.
Außerdem lassen sich Fassaden mit individuell gestalteten Verkleidungen sichtbar für Vögel machen. Diese können aus unterschiedlichen Materialien sein: von Folien und textilen Planen über Holz bis zu Metall, wie das Beispiel-Bild der unten folgenden Bildergalerie aus dem Inneren eines Gebäudes zeigt.
Kordeln können auch mit Saugnäpfen von außen ans Fenster angebracht werden, am besten oben und unten. So sind die "Streifenmuster" fest und können nicht vom Winde verweht werden.
(Christina Burmester)
Ein Fliegenvorhang bei dem einzelne Kordeln entfernt wurden. So ist weiterhin die Handflächenregel (=max. 10 cm Abstand zwischen einzelnen Elementen) gegeben. Außerdem sind die Kordeln dick genug (min 5 mm) um als Hindernis wahrgenommen zu werden.
(privat)
Ein vogelfreundlicher Kordelvorhand, der aus dicken Schnüren zusammengenotet wurde. Befestigt wurde er mit Saugnäpfen an der Fensterscheibe. Die Kordeln sind 5 mm dick und haben einen Abstand von 10 cm.
(Judith Förster)
Bei Holzrahmen können Leinen/Drähte um Nägel im Fensterrahmen gespannt werden. Durch diese günstige Nachrüstung entsteht ein Streifenmuster vor dem Fenster.
(Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht (2012)
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Schweizerische Vogelwarte)
Ein Fischernetz dient als sichtbares Hindernis, um Vogelschlag zu vermeiden. Natürlich darf dafür kein fast unsichtbares Vogelfangnetz (eventuell noch mit Fangmaschen) genutzt werden. In diesem Fall ist es weit vorm Fenster. Es kann natürlich auch direkt vor das Fenster gehängt werden oder z.B. über einen Wintergarten gelegt werden. Zur Aufhängung wurde hier ein einfaches Klammersystem für Vorhänge genutzt.
(Lutz Reissland)
Sichtbare Fliegengitter von außen sind eine vogelfreundliche Fenstergestaltung.
(Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht (2012)
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Schweizerische Vogelwarte)
Schüler gestalten ein Gewächshaus vogelfreundlich: Anhand der Handflächenregel (= max. 10 cm Kantenabstand) konnten die Schulkinder die Scheiben des Gewächshauses mit für Vögel gut sichtbaren Farben bemalen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Auch dabei müssen die Farmen von außen aufgetragen werden (z.B. mit wasserfester Glasmalfarbe oder Window Color). Ein weißes Blatt wurde für das Bild zur besseren Verdeutlichung untergelegt.
(Peter Brenner)
Geschlossene Außenjalousien sind, solange sie großflächig vor den Fensterscheiben sind, vogelfreundlich.
(Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht (2012)
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Schweizerische Vogelwarte)
Matte (nicht durchsichtige!) Farben dienen auch als Vogelschutz an Glas.
(Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht (2012)
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Schweizerische Vogelwarte)
Legales Graffiti kann zur vogelfreundlichen Glasgestaltung genutzt werden.
(Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht (2012)
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Schweizerische Vogelwarte)
Perforierte Folie als Fassadenverkleidung gegen Vogelschlag an Glas.
(Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht (2012)
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Schweizerische Vogelwarte)
Vorhänge und Gardinen - Schutz von Innen möglich?
Wenig spiegelnde Scheiben können mit Vorhängen oder anderen innenliegenden optischen Hindernissen sicher für Vögel gestaltet werdern. Dabei muss die Spiegelung mindestens unter 15 % liegen (Herstellerangaben). Dabei handelt es sich um Spezialgläser. In Wohnhäusern sind diese nicht verbaut.
Bei entspiegelten Gläsern können verschiedenste Arten Schutz vor Vogelschlag bieten: Von Vorhängen und Gardinen mit vertikalen Lamellen über geschlossene, aber lichtdurchlässige Schiebevorhänge bis hin zu Elementen mit fixierten Holzlamellen ist alles möglich.
Innenliegendes Holzgeflecht mit indirektem Lichteinfall.
(Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht (2012)
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Schweizerische Vogelwarte)
Lamellenvorhang, der ein Hindernis für Vögel darstellt.
(Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht (2012)
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Schweizerische Vogelwarte)
Weitere Lösungsmöglichkeiten
Bilder
Intro: CC0 Public Domain/Pixabay