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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Flugtunneltest und die Norm ONR 191040

Die unterschiedliche Verwendung des Begriffs Vogelschutzglas von verschiedenen Herstellern erschwert dem Konsumenten die Wahl deutlich. Daher wurde in Österreich eine einheitliche Regelung getroffen, die u.a. auf den kompletten deutschsprachigen Raum angewendet wird.

Außenansicht des Vogelschlag-Flugtunnels. Außenansicht des Vogelschlag-Flugtunnels.  (Martin Rössler)

Um die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen gegen Vogelschlag an transparenten und spiegelnden Flächen festzulegen, wurde die österreichische Norm "ONR 191040" festgelegt. Diese unterteilt die Wirksamkeit verschiedener Muster in 4 Kategorien, von hochwirksam bis unwirksam.

Die Tests dafür werden von der Wiener Umweltanwaltschaft durchgeführt. Um die Wirksamkeit von Mustern auf transparenten und spiegelnden Flächen zu testen, werden Wahlversuche mit Vögeln durchgeführt: Die Tiere werden bei den Tests einzeln in einen 7 m langen, abgedunkelten Flugtunnel gesetzt, an dessen Ende sich die zwei Testscheiben nebeneinander befinden. Die wild gefangenen Vögel können sich beim "herausfliegen" zwischen einer markierten und einer unmarkierten (Referenz-) Glasscheibe entscheiden, sobald sich mehr als 90 von 100 Vögeln gegen die markierte Scheibe entscheiden, gilt das getestete Muster als "hochwirksam". Es wird also von Vögeln sehr gut als Hindernis erkannt.

Innenansicht des Flugtunnels III, mit dem nicht nur Muster auf transparenten, sondern auch auf spiegelnden Scheiben getestet werden können. Innenansicht des Flugtunnels III, mit dem nicht nur Muster auf transparenten, sondern auch auf spiegelnden Scheiben getestet werden können.  (Martin Rössler)

Beim Versuch aus dem Tunnel ins Licht zu fliegen wird, mit Hilfe von Videoaufnahmen, dokumentiert, wie die Vögel sich entscheiden. Die Tiere kommen dabei natürlich nicht zu Schaden, da vor die Scheiben ein dünnes Netz gespannt wird was die Vögel vor der Kollision schützt, aber gleichzeitig nicht als sichtbares Hindernis wahrgenommen wird (Japannetz). Anschließend werden die Tiere wieder frei gelassen, sodass jedes Tier nur einmal getestet wird. Jedoch werden pro geprüfter Fläche mindestens 80 Vögel eingesetzt, um verlässliche Daten zu erhalten.

Um ständig symmetrischen, parallelen, gleichmäßigen Lichteinfall zu gewährleisten, ist der Flugtunnel drehbar gelagert und folgt dem Stand der Sonne, die immer "im Rücken" des Tunnels steht. Um Fehlerquellen durch unterschiedliche Umgebung zu vermeiden, ist der Tunnel von "homogener Vegetation" umgeben. Die tageszeitliche Verteilung der Versuche entspricht in etwa der Vogelaktivität, zwei Drittel der Versuche finden am Morgen und vor Mittag statt. 

Um auch das Problem von Spiegelungen mit untersuchen zu können, wurde der Tunnel so modifiziert, dass eine für Gebäudeglasflächen typische Spiegelung erzeugt werden kann. Diese Modifikation des Tunnels wurde vorgenommen, da angenommen wurde, dass zu starke Spiegelungen die Wirksamkeit von Mustern verringern. Dies konnte durch die neuen Tests bestätigt werden.

Der BUND empfiehlt die hochwirksamen Muster nach der österreichischen Norm ONR 191040 kombiniert mit einer Spieglung der Scheiben von unter 15 %, um für Vögel den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten.

Kontakt

Judith Förster, BUND NRW

Dr. Judith Förster


E-Mail schreiben Tel.: 0211 / 30 2005 - 10

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