Zum Weltklimatag 2012 zeigt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband NRW e. V. (BUND) mit seiner Jugendorganisation, der BUNDjugend, Flagge gegen RWE: Mit einem unübersehbaren Banner „KLIMAKILLER RWE“ weist er direkt an der Autobahn A 4 bei Kerpen-Manheim auf den Konzern als größten CO2-Emittenten Deutschlands hin.
„Mit dem Ausstoß von 87,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid im vergangenen Jahr sind die RWE-Braunkohlenkraftwerke Deutschlands Klimakiller Nummer 1“, sagt Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND NRW. „10 Prozent aller Treibhausgasemissionen Deutschlands stammen aus dem Rheinischen Braunkohlenrevier. Will Nordrhein-Westfalen seine ambitionierten Klimaschutzziele erreichen, müssen wir so schnell wie möglich aus der Braunkohle aussteigen.“ Zugleich fordert der BUND die Landesregierung auf, die veralteten Braunkohlenpläne an die Klimaschutzziele anzupassen. „Nur die Rücknahme der Abbaugrenzen kann weiteren Schaden von Klima, Umwelt und den betroffenen Menschen der Region abhalten.“
Mit der Großbanner-Aktion unterstreicht der BUND sein seit dreißig Jahren andauerndes Engagement gegen die „klimapolitisch irrsinnigen“ Tagebaue und die damit einhergehende Zerstörung von Natur- und Kulturlandschaft. Der Platz für die Aktion ist gut gewählt: Der BUND ist seit 15 Jahren Eigentümer des Grundstücks unmittelbar nördlich der Autobahn A 4. Bis 2017 soll das Grundstück bei Manheim von den Braunkohlenbaggern erreicht werden. Das BUND-Grundstück beherbergt mit einer römischen Grabstelle aus dem 2. bis 3.
Jahrhundert n. Chr. ein geschütztes Bodendenkmal. Der Umweltverband wird sich vehement gegen die Zerstörung dieses Zeugnis vergangener Kulturgeschichte wie auch gegen die Vernichtung der Reste des unersetzbaren Hambacher Forst wehren.
„Nach der Räumung der Waldbesetzung im Hambacher Forst wollen wir mit der Aktion auch ein Zeichen gegen den Versuch von RWE, Behörden und Teilen der Medien setzen, die Tagebaugegner zu kriminalisieren. BUNDjugend und BUND solidarisieren sich mit allen gewaltfreien Aktionen zur Beendigung des Umweltfrevels im Braunkohlenrevier“ so Felicitas Schlang von der BUNDjugend NRW. „Wir werden weiter in der Region präsent sein, um die Öffentlichkeit über die Zerstörung der Natur in der Region und des globalen Klimas durch RWE zu informieren.“
Parallel zu den ergebnisschwachen Klimaverhandlungen in Doha appellieren die KlimaaktivistInnen an Deutschlands Politikerinnen und Politiker, nicht die Energiewende zu verschlafen. Den Lippenbekenntnissen zum Klimaschutz müssten endlich auch Taten folgen. Dazu gehörten auch eine grundlegende Reform des „völlig überholten und undemokratischen Bundesberggesetzes“ und ein Braunkohlenausstiegsgesetz.