Die meisten Waldbrände werden vom Menschen verursacht. (Symbolbild)
- Entwässerte Landschaften müssen konsequent wiedervernässt werden
- BUND geht mit Wiedervernässungsprojekt voran
- Bessere Ausstattung und Sicherung von Förderprogrammen gefordert
Die Brände im Hürtgenwald und im Hohen Venn haben NRW tagelang in Atem gehalten. Nach tagelangem Einsatz der Feuerwehr- und Rettungskräfte konnte mittlerweile zumindest der Brand im Hürtgenwald unter Kontrolle gebracht werden. Die Ereignisse machen jedoch deutlich, wie wichtig widerstandsfähige Landschaften im Umgang mit den Folgen der Klimakrise sind. Vor diesem Hintergrund fordert der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mehr Tempo bei der Wiederherstellung entwässerter Moore, Wälder und Auen.
Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND NRW: „In intakten Mooren kann der Torf nicht brennen, in naturnahen Waldökosystemen ist die Brandgefahr geringer als in Aufforstungen. Die aktuellen Ereignisse machen auf traurige Weise einmal mehr deutlich, dass wir nicht nur aus Gründen des Klima- und Naturschutzes Ökosysteme in großem Stile wiederherstellen müssen, sondern auch um direkte Gefahren für die Bevölkerung durch Feuer oder Hochwasser abzuwenden.“
Bis ins 20. Jahrhundert hinein waren in NRW und angrenzenden Ländern Moore zugunsten der Land- und Forstwirtschaft trocken gelegt worden. Auch im Hohen Venn ist bis heute erst ein kleinerer Teil der Hochmoorlandschaft renaturiert worden – ein Problem angesichts zunehmender Trockenperioden. Denn entwässerte und ausgetrocknete Moorbereiche sind besonders anfällig für Brände.
Die Wiedervernässung von Mooren und die Renaturierung von Auen sind dabei nicht nur für den Brandschutz relevant. Sie stärken zugleich den natürlichen Wasserrückhalt der Landschaft – eine Funktion, deren Bedeutung spätestens seit der Hochwasserkatastrophe von 2021 deutlich sichtbar ist. Durch Trockenlegung und Verbauung beeinträchtigte Böden konnten enorme Niederschlagsmengen nicht mehr aufnehmen, sodass Hochwasserspitzen in den Bach- und Flusstälern nicht ausreichend gekappt werden konnten.
Der BUND fordert daher eine bessere und dauerhaft gesicherte Ausstattung von bundes- und landesweiten Förderprogrammen zur Renaturierung von Mooren, Sumpfwäldern und Auen. Außerdem fordert er Bundes- und Landesregierung auf, die Renaturierung in den zuständigen Behörden zu priorisieren und konsequent umzusetzen. Dass Wiedervernässung konkret funktioniert, zeigt der Umweltverband selbst. Das BUND-Projekt „Renaturierung von Moorlebensräumen auf der Bergischen Heideterrasse“ hat bereits rund 160 Hektar Moorlebensräume zwischen Düsseldorf und Siegburg wiedervernässt.
Die Wiederherstellung widerstandsfähiger Landschaften ist somit ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an die Klimakrise. Gleichzeitig setzt die menschengemachte Klimaveränderung mit steigenden Jahresmitteltemperaturen und der Häufung extremer Wetterereignisse wie Trockenperioden die Moore und andere an Wasser gebundene Lebensräume zusätzlich unter Druck. Deshalb muss verhindert werden, dass sich die Bedingungen für Dürre, Hitze und Extremwetter weiter verschärfen. Dazu gehört insbesondere, die Abhängigkeit von fossilen Energien schnell zu beenden.
„Deswegen ist der Ausstiegspfad aus der Kohleverstromung dringend beizubehalten. Darüber hinaus brauchen wir einen konsequenten und schnellen Ausstieg aus allen fossilen Brennstoffen, auch im Wohn- und Verkehrssektor“, so Sticht.
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