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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Protest bei Bayer-Hauptversammlung gegen bienengefährdende Pestizide und Gift im Honig

29. April 2016 | Pestizide, , Umweltgifte, Landwirtschaft

„Bayer boxt Gewinninteressen knallhart auf Kosten der menschlichen Gesundheit und der Umwelt durch“

Anlässlich der heutigen Hauptversammlung der Bayer AG hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor dem Kongresszentrum in Köln mit Schildern „Bienenhonig enthält Bayer-Pestizide“ gegen die von dem Chemieunternehmen hergestellten bienengefährdenden Gifte protestiert. Auf Flugblättern riefen BUND-Aktivisten die Bayer-Aktionäre dazu auf, sich gegen die Verunreinigung des Honigs mit Pestiziden und für den Ausstieg des Konzerns aus bienengefährlichen Chemikalien einzusetzen. Parallel dazu protestierten BUND-Partnerorganisationen des internationalen Netzwerks „Friends of the Earth“ auch in Großbritannien, den USA und Kanada gegen Bayer-Pestizide.

Auf EU-Ebene habe Bayer erst kürzlich eine Anhebung des Grenzwerts für das bienengefährdende Pestizid Thiacloprid in Honig von 0,05 Milligramm auf 0,2 Milligramm pro Kilo erwirkt, kritisierte die BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel. Thiacloprid ist ein Nervengift, das zur Stoffgruppe der Neonikotinoide gehört und beim Menschen Krebs hervorrufen sowie die Fortpflanzung stören kann. Für Bienen und andere nützliche Insekten ist es oft tödlich. Trotzdem wird es in großem Umfang im Obst- und im Rapsanbau sowie im Heimgartenbereich eingesetzt.

„Bayer boxt Gewinninteressen knallhart auf Kosten der menschlichen Gesundheit und der Umwelt durch“, sagte Hölzel. „Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren und sorgen für die Bestäubung von etwa zwei Dritteln unserer Nahrungspflanzen. Pestizide wie Thiacloprid sind inzwischen in unserer Nahrung angekommen. Wir fordern eine Null-Toleranz für Pestizide in Lebensmitteln“, so Hölzel.

Viele Baumärkte und Gartencenter haben inzwischen freiwillig bienengefährliche Bayer-Produkte ausgelistet. Seit Februar 2016 dürfen acht von 19 Bayer-Produkten für den Kleingartenbereich nicht mehr verkauft werden, weil sie Thiacloprid in hoher Konzentration enthalten. Wegen ihrer Gefährlichkeit hatte die EU-Kommission schon 2013 die Zulassung von drei Neonikotinoiden für von Bienen bevorzugte Pflanzungen wie Mais und Raps beschränkt. Dagegen klagen Bayer und Syngenta derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof.

„Thiacloprid ist ähnlich besorgniserregend wie andere bereits nur noch eingeschränkt zugelassene Neonikotinoide. Bayer muss die Klage vor dem Europäischen Gerichtshof zurückziehen. Auf keinen Fall darf die EU ihre Restriktionen gegenüber bienengefährdenden Pestiziden aufweichen, im Gegenteil, nötig ist das Verbot aller Neonikotinoide“, sagte Hölzel.

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