Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert eine schnellere Sanierung der mit Perfluorierten Tensiden (PFT) belasteten Flächen in Düsseldorf. Schon jetzt könne mit dem Bodenaustausch und der Grundwassersanierung an den höchstbelasteten Stellen in Düsseldorf begonnen werden. Alle weiteren Verzögerungen seinen sachlich nicht geboten und würde neue Gesundheitsgefährdungen hervorrufen. Zugleich warnt der BUND vor einer Verharmlosung der Gefahr. PFT weisen eine hohe Toxizität für Menschen und Tiere auf. Bereits Konzentrationen von wenigen Milliardstel Gramm sind für den Menschen gefährlich. PFT reichert sich im Körper an und wird nur sehr langsam abgebaut bzw. ausgeschieden. In der Natur wird PFT so gut wie gar nicht abgebaut. Perfluorierte Tenside sind damit sehr langlebige organische Schadstoffe; sie gelten als fortpflanzungsgefährdend und krebserregend.
Der BUND kann zwar nachvollziehen, dass bei der Vielzahl an belasteten Messstellen im Düsseldorfer Einzugsbereich und der schwierigen Aufbereitung des so verschmutzten Grundwassers eine flächendeckende Sanierung schwierig sei. „Dennoch bleiben Fragen“, konstatierte Paul Kröfges, Gewässerschutzexperte des BUND. „Wieso hat man nicht wenigstens an den früh erkannten „hot-spots“ der Belastung, insbesondere aber am Düsseldorfer Flughafen, mit dem Bodenaustausch und vorgezogenen Grundwassersanierungsmaßnahmen begonnen?“
So hätte die Umgebung des ehemaligen Feuerlöschübungsbeckens mit ihren hohen Bodenbelastungen schon lange abgetragen und ausgetauscht sein können. „Stattdessen suppt jetzt seit mehreren Jahren von dort aus das PFT ins Grundwasser, während in Gerresheim intensiv halbtechnisch ausprobiert wird, wie die Grundwassersanierung in ab 2015 funktionieren könnte“, kritisierte Kröfges. Bis dahin breite sich die Fahne immer weiter aus. Dabei gebe es schon jetzt Spezialfirmen, die fertige Aufbereitungs- und Sanierungskonzepte und -Anlagen, z.B. auf der Basis von Ionenaustauschern bereitstellen würden. „Diese Verfahren hätte ein potenter Verursacher wie der Düsseldorfer Flughafen bei entsprechendem Problembewusstsein sicherlich einsetzen können, wenn man denn gewollt hätte“, sagte der BUND-Experte. Der BUND argwöhnt, dass die Stadt Düsseldorf als Anteilseigner des Flughafens nicht den notwendigen Druck für eine schnelle Gefahrenabwehr ausgeübt hätte. Dabei würde weiteres Zuwarten eine Sanierung nicht nur erschweren, sondern auch verteuern.
Im Rahmen der Risikominimierung müsse durch das Anlegen geeigneter Abwehr- und Sanierungsbrunnen auch dafür gesorgt werden, dass die PFT- Fahne von Grundwasserfassungsanlagen vorhandener Wasserwerke abgelenkt wird. Die dauernde schleichende Infiltration belasteten Wassers müsse aufhören. Die Verdünnung des belasteten Wassers und eine dauerhafte Aufbereitung seien keine zukunftsfähigen Konzepte.