Im Rahmen der bundesweiten Ostermäsche der Friedensbewegung wird am Karfreitag (18. April) ein Ostermarsch an der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau stattfinden. Damit findet in Gronau eine der Auftaktveranstaltungen der diesjährigen Ostermärsche statt. Gleichzeitig ist der Ostermarsch in Gronau in Nordrhein-Westfalen der zentrale Auftakt des traditionellen Ostermarschs Rhein-Ruhr. Die Gronauer Urananreicherungsanlage gehört zum internationalen Urenco-Konzern, dessen Anteile verkauft werden sollen. Kritisiert wird, dass mit dem Verkauf sensible Technik, die zur Atomwaffenproduktion genutzt werden kann, weitere Verbreitung finden würde. Statt des Verkaufs fordern die Anti-Atomkraft-Bewegung und die Friedensbewegung die sofortige Stilllegung der Anlage.
Der Gronauer Ostermarsch findet Karfreitag fast genau 28 Jahre nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl statt (26. April 1986). Die Folgen der Tschernobylkatastrophe sind bis heute spürbar. Und es gibt viele Argumente, die gegen die Nutzung der Atomenergie sprechen. In dem Aufruf zur Teilnahme an dem Ostermarsch heißt es, der Ostermarsch "rückt die zivil-militärische Dimension der Urananreicherung in den Fokus. Die UAA Gronau versorgt ohne zeitliche Befristung jedes zehnte AKW weltweit mit angereichertem Uranbrennstoff – Atomausstieg sieht anders aus! Zugleich bietet die Urananreicherung den einfachsten Weg zur Atombombe." Weltweit wird die Zentrifugentechnik zur Urananreicherung als Technik zur Atomwaffenherstellung gesehen, und vor diesem Hintergrund muss auch die Urananreicherungsanlage in Gronau beurteilt werden. Und so rufen inzwischen rund 60 Anti-Atomkraft-Initiativen, Umweltverbände und Friedensorganisationen zur Teilnahme an dem Ostermarsch in Gronau auf.
Mit dem Gronauer Ostermarsch wird folgenden Forderungen Nachdruck verliehen:
- Vernichtung und “Entsorgung” aller Atomwaffen und Uranmunitions-Bestände!
- Keine Verkauf des Urenco-Konzerns!
- Sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlagen in Gronau und weltweit!
- Verstärkte Förderung gewaltfreier Konfliktlösungsansätze!
- Sofortige Stilllegung aller Uranminen und Atomanlagen weltweit!
Der Gronauer Ostermarsch beginnt Karfreitag um 12.30 Uhr mit einer Auftaktkundgebung vor dem Haupttor der Urananreicherungsanlage (Röntgenstraße 4, Gronau). Anschließend führt er über die Röntgenstraße, Opelstraße und Kaiserstiege um die Urananreicherungsanlage herum und endet in der Nähe der neuen Uranmüll-Dauerlagerhalle an der Marienkapelle (Kaiserstiege). Dort endet der Ostermarsch mit einer Abschlußkundgebung. Bei der Auftaktkundgebung sprechen Stefan Kubel (Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen), Hannelore Tölke (Vorstandsmitglied der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgenerInnen NRW) und Angelika Claussen (Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. / IPPNW). Bei der Abschlußkundgebung sprechen Dirk Seifert (Robin Wood) und Anthony Lyamunda (civil education is the solution for poverty and environmental management / CESOPE, Tansania). Die Moderation erfolgt durch die Gronauerin Marita Wagner.
Da die Urananreicherungsanlage mehrere Kilometer vom Gronauer Bahnhof entfernt ist, besteht die Möglichkeit mit einem Shuttle-Bus vom Gronauer Bahnhof zur Auftaktkundgebung zu fahren. Entsprechend kann nach der Abschlußkundgebung zum Bahnhof zurück gefahren werden. Der Shuttle-Bus steht ab 11.30 Uhr am Gronauer Bahnhof. Ebenfalls ab 11.30 Uhr werden am Ort der Auftaktkundgebung an der Urananreicherungsanlage (Röntgenstraße) Informations- und Essensstände aufgebaut. Kuchenspenden können dort abgegeben werden.