Genehmigungsverfahren für neues Braunkohlenkraftwerk beginnt

01. September 2015 | Kohle, Braunkohle, Klima & Energie

BUND und Bürgerinitiative Big BEN gegen Braunkohlenkraftwerk BoAplus in Bergheim

Düsseldorf/Bergheim| Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Bürgerinitiative gegen BoA-Erweiterung Niederaußem (Big BEN) kündigen heftigen Widerstand gegen den von der RWE Power AG geplanten Bau eines neuen Braunkohlenkraftwerks in Bergheim-Niederaußem  an.  Im Vorfeld des für morgen in Köln anberaumten so genannten „Scoping-Termins“, womit das offizielle Genehmigungsverfahren eingeleitet wird, forderten die Braunkohlengegner den Stopp des Verfahrens.

„Die RWE-Pläne zum Bau eines 1.100 Megawatt-Braunkohlenkraftwerks sind ein energiewirtschaftlicher Anachronismus“, sagte BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen. „In Zeiten massiver Überkapazitäten an fossilen Kraftwerken einen solchen Braunkohlen-Dinosaurier zu planen, zeugt von massiver Realitätsverweigerung.“  Auch klimaschutzpolitisch sei die Planung ein Schritt zurück ins 20. Jahrhundert.

RWE Power plant am Standort Bergheim-Niederaußem eine so genannte Duo-Kessel-Anlage mit zwei Kesseln von je 550 Megawatt elektrischer Leistung. Die Anlage soll nach Fertigstellung vier am Standort vorhandene 300 MW-Blöcke ersetzen. Zwar soll das BoAplus-Kraftwerk gegenüber den Altkraftwerken einen verbesserten Wirkungsgrad von 45 Prozent aufweisen.  Im Vergleich zu modernen Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung sei der Meiler aber ineffizient und teuer, so der BUND.

Nachdem bereits der Regionalplan zugunsten des Kraftwerksstandortes geändert wurde und die Stadt Bergheim einen Bebauungsplan aufstellte, beginnt nun das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren. Der nicht-öffentliche „Scoping-Termin“ zur Festlegung des Untersuchungsumfanges der vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung ist dabei der erste Schritt.

BUND und Big BEN reichten dazu eine ausführliche Stellungnahme bei der Bezirksregierung Köln ein. Darin forderten sie wesentliche Ergänzungen des von RWE Power vorgesehenen Prüfprogramms. So sei der vom Energiekonzern behauptete Beitrag zur CO2-Reduktion mehr als fraglich. Auch die Auswirkungen von Bau und Betrieb des Kraftwerks auf die Natur, die Landschaft und den Gewässerhaushalt  müssten intensiver untersucht werden.

„Für die Anwohner brächte das Kraftwerk mehr Lärm, mehr Verschattung und für viele Jahre weitere Schadstoffe wie Feinstaub und Quecksilber“, kritisierte Hans-Joachim Gille, Vorsitzender von Big BEN. „Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, diesen Kohlemeiler zu verhindern.“

BUND und Big BEN forderten RWE Power auf, endlich die Zeichen der Zeit zu erkennen und sich von der Braunkohle zu verabschieden,  anstatt weiteres Geld für das BoAplus-Vorhaben zu verbrennen.

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