Bislang haben sich landesweit mehr als70 Prozent der KandidatInnen von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken zur Bundestagswahl 2013 dem "Wahl-Check" des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gestellt. 225 von 320 der KandidatInnen der derzeit im Bundestag befindlichen Parteien beantworteten die schriftlichen Fragen zu den Themen Energiewende, Massentierhaltung und Bürgerbeteiligung.
Die DirektkandidatInnen für die 64 NRW-Wahlkreise liegen im bundesweiten Vergleich mit ihrer Auskunftsbereitschaft knapp oberhalb des Durchschnitts (69,2 Prozent). Vor allem KandidatInnen der Grünen, der SPD und der Linken zeigten sich in hohem Maße bereit, beim Kandidatencheck mitzumachen (je 59, 58 bzw. 51 TeilnehmerInnen). Auch die KandidatInnen der FDP zeigten mit 35 Antworten relativ großes Interesse. Von der CDU beteiligten sich in NRW bislang nur 22 KandidatInnen. Die Spitzenkandidaten von CDU und SPD antworteten bislang nicht.
Die Zwischen-Ergebnisse: 58 Prozent (bundesweit 64) der KandidatInnen, die die BUND-Fragen beantworteten, sind für eine beschleunigte Energiewende ohne Atom, Kohle und Fracking, davon 18 KandidatInnen der SPD. 78 Prozent (bundesweit: 81) befürworten eine verpflichtende, frühzeitigere und ergebnisoffene Bürgerbeteiligung bei Bauprojekten und 75 Prozent (bundesweit 70) wollen die industrielle Massentierhaltung stoppen und Fleischexporte nicht länger fördern. In NRW fällt die Zustimmung der Direktkandidaten zur Energiewende und zur Bürgerbeteiligung damit niedriger aus als im bundesweiten Vergleich. Die Forderung nach einem Stopp der industriellen Massentierhaltung findet hingegen größeren Zuspruch.
Unter den bisherigen Teilnehmern des "BUND-"Kandidatenchecks" sind prominente Mandatsbewerber wie der Bundesaußenminister Guido Westerwelle, die Grünen-Fraktionsvizechefin Bärbel Höhn und die stellvertretenden Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Sahra Wagenknecht.
"Mit dem Online-Kandidatencheck des BUND haben alle Wählerinnen und Wähler die Möglichkeit, sich ohne großen Aufwand über das umweltpolitische Profil der Bewerberinnen und Bewerber für den nächsten Deutschen Bundestag zu informieren“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. „Die Antworten zeigen, dass der Umweltschutz einen hohen Stellenwert besitzt. Nach der Wahl werden wir die Gewählten daran messen.“
In vielen Wahlkreisen befragt der BUND die BundestagskandidatInnen auch zu regionalen Umweltthemen. Anhand der eingehenden Antworten können sich Wählerinnen und Wähler zum Beispiel im Kreis Borken, im Märkischen Kreis oder Städten wie Bonn, Düsseldorf und Köln ein genaueres Bild von den umweltpolitischen Positionen ihrer Kandidaten machen.