Die Landesdelegiertenversammlung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wählte Holger Sticht mit großer Mehrheit zum neuen Landesvorsitzenden. Der 41-jährige Naturschutzexperte aus Köln löste den langjährigen BUND-Vorsitzenden Paul Kröfges an der Spitze des Verbandes ab. Kröfges, der nicht erneut kandidierte, wurde von den Delegierten wegen seiner großen Verdienste um den Natur- und Umweltschutz in NRW mit großem Applaus verabschiedet. Der neue geschäftsführende BUND-Landesvorstand wird komplettiert durch die Duisburgerin Kerstin Ciesla (47) und Bernd Meier-Lammering (50) aus Herford.
„Gestärkt und mit frischem Schwung wird der BUND die Natur- und umweltschutzpolitischen Herausforderungen angehen“, sagte der neue BUND-Chef Sticht. „Die Energiewende, der Erhalt der biologischen Artenvielfalt und der ökologische Umbau des Industrielandes NRW stehen dabei ganz oben auf der Agenda.“
In einer einstimmig verabschiedeten Resolution appellierten die BUND-Delegierten an die Landesregierung, „endlich offen und transparent die Schließung der Atommüll-Konditionierungsanlage in Duisburg und der Urananreicherungsanlage Gronau voranzutreiben. Beide sind nicht zu verantwortende Teile der atomaren Brennstoffkette und Ursache gefährlicher Atomtransporte“, sagte Sticht. In der Konditionierungsanlage der Gesellschaft für Nuklear Service (GNS) in Duisburg wird schwach- und mittelradioaktiver Müll aus deutschen Atomkraftwerken vorbehandelt bzw. konditioniert. Die Urananreicherungsanlage Gronau beliefert weltweit jedes 10. Atomkraftwerk mit Brennelementen.
Die 130 Landesdelegierten aus den BUND-Gruppen blickten auf ein erfolgreiches Jahr zurück. 24.000 Mitglieder unterstützen den NRW-Landesverband. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung von 6 Prozent. Nach wie vor verzichtet der BUND-Landesverband auf institutionelle Förderung und zweifelhafte Spenden. Basis der Einnahmen sind die Mitgliedsbeiträge. „Nur so können wir unsere politische Unabhängigkeit wahren und mit Vehemenz das ökologische Notwendige einfordern“, sagte der neue BUND-Chef Sticht.