BUND startet NRW-Datenbank für Gebäudebrüter

17. Februar 2016 | Vogelschutz

Trotz Gebäudedämmung Platz für Spatz und Co. sichern

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat unter http://naturgucker.de/gebaeudebrueter-nrw ein Aktionsportal eingerichtet, in das Brutplätze der gefährdeten Gebäudebrüter eintragen werden können. Das Portal soll Behörden, Immobilieneigentümer und Architekten helfen, die gesetzlichen Vorgaben zum Schutz der Gebäudebrüter frühzeitig in ihre Planungen einzubeziehen und damit besser einzuhalten. Auf diese Weise können teure Baustopps zukünftig leichter vermieden werden.

Gebäudebrütende Tierarten sind beispielsweise Haussperling oder Mauersegler. „Im Zuge der notwendigen Wärmedämmung von Altbauten werden Nischen und Hohlräume, die den Tieren zuvor als Brutplätze gedient haben, meist vollständig verschlossen. Die Bestände der Gebäudebrüter gehen daher teilweise dramatisch zurück.“, sagte Holger Sticht, BUND Landesvorsitzender.

Die Brutplätze aller Gebäudebrüter sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Für Baumaßnahmen, bei denen geschützte Brutplätzen verschlossen oder beseitigt würden, ist vorab eine Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde erforderlich. Diese Ausnahmegenehmigung schreibt in der Regel die Schaffung von Ersatzquartieren vor, zum Beispiel den Einbau von preisgünstigen Nistkästen in den Wärmeverbund. Wird diese Genehmigung jedoch nicht eingeholt, droht unter Umständen ein kostspieliger Baustopp.

 Mit der Datenbank der Brutplätze ist es für Bauträger und Architekten künftig möglich, bereits bei der Planung von Wärmedämmungsmaßnahmen den Schutz der Gebäudebrüter und die gegebenenfalls erforderliche Schaffung von Ersatzquartieren zu berücksichtigen.

Der BUND bittet alle Interessieren, Beobachtungen von Brutvorkommen in die Datenbank einzutragen. Hier ist lediglich eine Registrierung bei www.naturgucker.de erforderlich.

Die onlinebasierte Datenbank zur Erfassung von Gebäudebrütern ist Bestandteil des BUND-Projekts „Ein Platz für Spatz & Co“, das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert wird.

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