BUND gegen BoAplus

09. Oktober 2012 | Kohle, Braunkohle, Klima & Energie

Überflüssige Regionalplanänderung für Braunkohlenkraftwerk

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heute bei der Bezirksregierung Köln seine Stellungnahme zur geplanten Änderung des Regionalplans zugunsten eines neuen Braunkohlenkraftwerks in Bergheim-Niederaußem eingereicht. Der Umweltverband fordert darin den Regionalrat Köln auf, der Regionalplanänderung wegen entgegen stehender raumordnerischer Ziele und Grundsätze nicht zuzustimmen.

„Das geplante BoAplus-Kraftwerk passt nicht in eine zukunftsfähige  Energiewende-Strategie“, sagte Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND in Nordrhein-Westfalen. „Wenn das Rheinische Revier zu einer Innovationsregion werden soll, darf der Regionalrat nicht den Weg für ein neues Klimakiller-Kraftwerk freimachen.“  Nach Ansicht des BUND reicht das von RWE Power  geplante und erst auf dem Papier existierende BoAplus-Kraftwerk bei weitem nicht an die Flexibilität eines modernen Gaskraftwerks heran. Der Ausgleich der schwankenden Einspeisung erneuerbarer Energien sei somit nur bedingt möglich. Zudem zementiere ein neues Kraftwerk die Braunkohlennutzung für weitere Jahrzehnte, obwohl aus Klimaschutzgründen der Ausstieg aus diesem klimaschädlichsten aller Energieträger eingeleitet werden müsse.

In seiner Stellungnahme moniert der BUND auch den geringen Abstand des geplanten Kraftwerks zu den benachbarten Wohngebieten.  „Es ist ein Unding, dass ein solcher 1.100-Megawatt-Koloss in nur 380 Meter Entfernung zur nächsten Siedlung planerisch zulässig sein soll“, kritisiert der BUND-Energieexperte  Jansen. „Jede Windkraftanlage würde an solchen Abständen scheitern.“ Ferner moniert der BUND die Missachtung der Ziele der Luftreinhalteplanung und unzulässige Schadstoffbeeinträchtigungen von Mensch und geschützter Natur.

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