Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die heute von Umweltminister Johannes Remmel vorgestellte Biodiversitätsstrategie für Nordrhein-Westfalen. „Es war dringend, dass die Landesregierung ihre Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag wahr macht und eine Biodiversitätsstrategie für NRW vorlegt", sagte der BUND-Vorsitzende Holger Sticht. Allerdings müsse die Strategie an ihren Inhalten gemessen werden. Der BUND werde dazu in den kommenden Wochen ausführlich Stellung beziehen.
"Die Ursachen für den Schwund von biologischer Vielfalt kennen wir seit Langem. Was wir jetzt brauchen sind ambitionierte Ziele und effektive Instrumente, um diese Probleme auch absehbar lösen zu können", so Sticht. So müssten beispielsweise die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft auch in die Pflicht genommen werden, sich an dieser gesellschaftlichen Aufgabe zu beteiligen. Die Vergabe öffentlicher Fördergelder müsse deshalb zukünftig in allen Bereichen an das Erreichen von Biodiversitätsstandards gebunden werden.
Mit dem Begriff der Biodiversität, auch biologische oder natürliche Vielfalt genannt, wird nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die genetische Vielfalt und die Vielfalt von Lebensräumen bezeichnet. Die Vereinten Nationen hatten sich das Ziel gesetzt, den Schwund der biologischen Vielfalt bis 2010 zu stoppen. Dieses Ziel war auch in Nordrhein-Westfalen deutlich verfehlt worden. So ist inzwischen landesweit fast die Hälfte der bekannten Arten in ihrem Bestand gefährdet oder bereits ausgestorben.