BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Braunkohleprotest: Symbolische Sitzblockade vor Landtag

11. Mai 2022 | Braunkohle, Braunkohle - Leitentscheidung, Garzweiler, Klima & Energie, Wahlen

Eckardt Heukamp aus Lützerath mit Traktor dabei

Symbolische Sitzblockade vor dem Landtag.[Foto: Christoph Schnüll]

Mit einer symbolischen Sitzblockade vor dem Landtag in Düsseldorf haben heute zahlreiche Gruppen der Zivilgesellschaft für einen schnellen Kohleausstieg in Nordrhein-Westfalen demonstriert. Der Landwirt Eckardt Heukamp war mit seinem Traktor und einem kohlekritischen Karnevalswagen aus Lützerath gekommen, um auf den Landtagswiesen gegen seine Enteignung durch RWE zu protestieren.

Die Gruppen forderten den Erhalt aller durch den Braunkohleabbau bedrohten Dörfer, insbesondere des Ortes Lützerath am Tagebau Garzweiler. Der Bericht des Weltklimarats zeige deutlich, dass der Kohleabbau schnellstmöglich beendet werden müsse und weitere Studien belegten, dass es auch bei einem Importstopp russischer Energie die Versorgungssicherheit gewährleistet werden könne. Mehrere Redner*innen betonten, tausende Menschen würden Lützerath mit den eigenen Körpern schützen, sollte die nächste Landesregierung versuchen den dortigen Widerstand zu räumen.

Dirk Jansen, Geschäftsleiter BUND NRW: "Wir erteilen allen lauten Überlegungen von Landespolitikern, wegen des Ukraine-Krieges am Kohleausstieg bis spätestens 2030 zu rütteln, eine klare Absage. Wer das nach der Wahl umsetzt, heizt den Widerstand mutwillig an. Gerade die aktuelle Krise zeigt ja, wie wichtig der Umstieg auf erneuerbare Energien und das Energiesparen ist. Die 1,5 Grad-Grenze verläuft vor Lützerath. Das ist für uns die rote Linie, die keine potenzielle Koalition überschreiten darf."

Linda Kastrup, Fridays for Future: "Lützerath ist die 1,5-Grad Grenze. Das sagen nicht nur wir, sondern lässt sich auch mit einem Gutachten des DIW belegen. Deswegen fordern wir von der neuen Landesregierung ein Abrissmoratorium für Lützi und einen 1,5-Grad konformen Kohleausstieg. Wir brauchen jetzt eine sozial-ökologische Transformation in NRW.“

Ralf Bussberg, Alle Dörfer bleiben: "Wir stehen dafür ein, dass die Kohle im Boden bleibt und die Dörfer lebenswert bleiben. Wir brauchen Rechtssicherheit für alle sechs bedrohten Dörfer und zwar sofort – nicht erst in ein paar Jahren. Diese Rechtssicherheit kann und muss die neue Landesregierung in den Koalitionsverhandlungen schaffen."

Linda Birkenfeld, Lützerath Lebt: "Was wir in der Klimakrise erleben, ist die Fortführung eines seit 500 Jahren bestehenden kolonialen Systems. Diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, leiden schon heute am Stärksten unter den Folgen."

Hochwertige Fotos zur freien Verfügung vom Fotografen Christoph Schnüll finden Sie hier: https://1drv.ms/f/s!AtT801ORj3pAho0pqLqCi2pfHTUu-A

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