Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Autobahn A 46 Hemer- Neheim deutschlandweit eines der zwölf dusseligsten Straßenbauprojekte

26. Februar 2013 | Mobilität, Bundesverkehrswegeplan

BUND fordert Landesregierung auf, vernünftige Alternativen zu entwickeln / Auch Weiterbau der A 1 in der Kritik

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heute eine Dokumentation mit dem Titel „Das dusselige Dutzend“ mit den zwölf unsinnigsten Straßenbauvorhaben aus ganz Deutschland vorgelegt. Alle zwölf seien überteuert, überdimensioniert, beseitigten keinerlei Engpässe, bewirkten aber massive Schäden an der Natur. Zu diesen zwölf Projekten gehört aus Nordrhein-Westfalen die Bundesautobahn A 46 Hemer-Neheim.

Das in der BUND-Dokumentation „ausgezeichnete“ 19,4 Kilometer lange und 300 Millionen Euro teure Teilstück der A 46 zwischen Hemer und Neheim hält der BUND für ebenso überflüssig wie umweltschädlich. Die rund 40 Jahre alte Planung sollte ursprünglich als weiträumige Entlastungsstrecke für das östliche Ruhrgebiet durch das Sauerland dienen. Dieses verkehrliche Ziel aber wurde inzwischen faktisch aufgegeben. Parallelstrecken im Ruhrgebiet wurden realisiert. Die Trasse würde zu massiven Beeinträchtigungen der FFH-Gebiete Luerwald und Ruhrtal führen. Das beliebte Mendener Naherholungsgebiet ‚Waldemei‘ würde zerstört. Dabei gibt es zur Verbesserung der Verkehrssituation in Hemer mit einer zweispurigen Nordumfahrung inklusive einer Tunnellösung eine taugliche bauliche Alternative.

 „Wir fordern die Landesregierung von NRW auf, sich endlich von dieser und weiteren Fehlplanungen zu verabschieden“, sagte Paul Kröfges, NRW-Landesvorsitzender des BUND. „Für jeden ist offensichtlich, wie bedenklich und marode der Zustand unserer Straßen und Brücken ist, daher hat Sanierung und Erhalt der bestehenden Infrastruktur absolute Priorität vor teuren neuen Trassen. Außerdem müssen umweltverträgliche Verkehrsträger Vorrang bekommen. In den Ballungsgebieten und Städten helfen nur integrierte Verkehrsentwickungsplanungen statt immer weiter auf Straßenbau zu setzen.“

Die A 46 ist nicht das einzige dusselige Projekt in Nordrhein-Westfalen. Genauso kritisch sieht  der BUND zum Beispiel den geplanten Weiterbau der Autobahn A 1 (Eifelautobahn) oder die A 445 Werl-Nord -Hamm Rhynern. Auch viele Ortsumfahrungen wie die B 9 in Kleve oder die B 64  in Warendorf sind heute nicht mehr verkehrlich zu rechtfertigen, würden aber unersetzliche Natur zerstören.

„Viele Straßenbauwünsche werden von Generation zu Generation von einem Plan in den nächsten geschickt“, sagt Notburga Henke, Verkehrsexpertin des BUND in NRW. „Die Befürworter scheuen sich, Alternativen zu prüfen und halten beharrlich an ihren überholten Planungen fest. Wir begrüßen deshalb, dass das Bundesverkehrsministerium im Entwurf der Grundkonzeption für den nächsten Bundesverkehrswegeplan so nachdrücklich verlangt, Alternativen zu prüfen. Diese müssen künftig schon bei der Projektanmeldung dokumentiert werden.“

Die Anmeldungen für den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 sind bereits angelaufen. Alle bis 2015 nicht im Bau befindlichen Projekte müssen erneut auf Bedarf und Dringlichkeit überprüft werden. Absoluten Vorrang sollen Erhaltungsinvestitionen haben. Diese müssen bundesweit um rund eine Milliarde Euro pro Jahr erhöht werden. In die höchste Dringlichkeitskategorie der Fernstraßen sollen nur Projekte, die Engpässe beseitigen und keine hohen Umweltrisiken haben.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb