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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

‚Alte Eiche‘ in Castrop-Rauxel vor endgültiger Rettung

17. April 2020 | Freiraumschutz, Naturschutz, Stadtnaturschutz, Lebensräume, Naturschutz

Großartiger Erfolg der Bürger und des BUND / Castrop-Rauxel holt wichtige Investitionen in die Natur zurück in die Stadt

Monatelang kämpfte der BUND zusammen mit den Bürger*innen für den Erhalt der 'Alten Eiche' - mit Erfolg. [Foto: Thomas Krämerkämper]

Castrop-Rauxel | Der monatelange Kampf um die bundesweit in die Schlagzeilen gekommene ‚Alte Eiche‘ in Castrop-Rauxel steht vor einem erfolgreichen Ende. Nach Mitteilung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ging der Investor Dreigrund in „unerwartet kurzen Verhandlungsrunden“ auf die Forderungen der Umweltschützer zum geplanten Baugebiet ein.

Der BUND hatte nach dem Ende Februar erzielten gerichtlichen Erfolg gegen die Fällgenehmigung gefordert, dass in einem Änderungsverfahren zum Bebauungsplan die ‚Alte Eiche‘ dauerhaft geschützt wird. Darüber hinaus müssten im Bebauungsplan wesentliche Verbesserungen beim Klimaschutz und Optimierungen beim Lärmschutz festgelegt werden. Die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen müssten ferner vor Ort in Castrop-Rauxel erfolgen, da deren Bürger durch das neue Baugebiet Naturraum verlieren würden.

Für die Forderungen zeichnet sich jetzt eine politische Mehrheit ab. "Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Fraktionen von CDU und SPD - sicher auch unter dem Druck der kommenden Kommunalwahl - dazugelernt haben", sagte der stellvertretende BUND-Landesvorsitzende Thomas Krämerkämper, der die Verhandlungen für den Umweltverband geführt hatte. Noch im Februar hatten die Mehrheitsfraktionen unter Führung des Vorsitzenden Oliver Lind (CDU) die Forderung nach einem Erhalt der ‚Alten Eiche‘ rundweg als unmöglich abgelehnt. Die FDP hatte das Klageverfahren des BUND sogar als aussichtslos dargestellt. "Die Gespräche mit der Firma Dreigrund unter Moderation der städtischen Beigeordneten Bettina Lenort waren demgegenüber sehr lösungsorientiert. Dass die Fraktionen der Grünen, der FWI, CDU und SPD in ihrem gemeinsamen Antrag nun diesen Lösungsvorschlag gemeinsam aufgreifen, freut uns sehr."

„Die nun gefundene Lösung ist ein guter und fairer Kompromiss“, so Krämerkämper. „Durch den zwischenzeitlichen Erwerb der Flächen durch den Investor Dreigrund führte kein Weg an einer Verhandlungslösung vorbei, um die Eiche langfristig zu erhalten.“ Der BUND NRW sicherte zu, sich mit seiner Naturschutzstiftung in Zusammenarbeit mit dem Verein "Rettet die Alte Eiche" dauerhaft für die Gestaltung und Pflege des Platzes der ‚Alten Eiche‘ zu engagieren. Mit der Zielrichtung einer ökologisch fortschrittlicheren Siedlung, als gesetzlich vorgeschrieben wäre, profitiere auch die Dreigrund in ihrer Marktpositionierung von dem Kompromiss. Für die Stadtpolitik schließlich bestehe nun die Chance, einen fast zweijährigen Streit zwischen den bisherigen Mehrheitsfraktionen und den Bürgern der Stadt über die mangelnde Qualität des früheren Bebauungsplans zu befrieden.

Entscheidend dazu beigetragen hat nach Ansicht des BUND „das überragende gesellschaftliche Engagement der Bürger“. Zu Tausenden hätten diese deutlich gemacht, dass bei der Naturzerstörung eine Grenze überschritten worden sei. „Durch diesen vielfältigen und beispiellosen Einsatz ist die ‚Alte Eiche‘ zum wohl berühmtesten Baum des Landes geworden und nun auch hoffentlich endgültig gerettet“, freut sich BUND-Aktivist Krämerkämper. Der BUND erwartet allerdings auch, dass mit diesem Neubaugebiet in Castrop-Rauxel zum letzten Mal der Außenbereich für Wohnbauzwecke in Anspruch genommen wird. Zukünftige Projekte müssten sich auf die energetische Sanierung und die Aufwertung des schon heute viel zu großen Wohnungsbestands in der Stadt fokussieren.

Ansprechpartner: Dr. Thomas Krämerkämper, stellvertr. Vorsitzender BUND NRW, T. 0172 / 3782606, thomas.kraemerkaemper(at)bund.net

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