Düsseldorf/Augustdorf: Die „Allee des Jahres 2013" ist eine 150-jährige Lindenallee zwischen Augustdorf und Schlangen-Oesterholz am Teutoburger Wald in Nordrhein-Westfalen. Dies verkündete der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum heutigen „Tag der Allee". Das beeindruckende Foto der geschlossenen Lindenallee in NRW sei beispielhaft für die Bedeutung von älteren Alleen für die Artenvielfalt, so die Jury zur Begründung ihrer Wahl.
Holger Sticht, Landesvorsitzender des nordrhein-westfälischen Landesverbands des BUND freut sich über die Auszeichnung: „Es ist kein Zufall, dass die Allee des Jahres in der Senne liegt. Schließlich ist das größte Heidegebiet Nordrhein-Westfalens einer der deutschen Hot Spots der Biodiversität, und nicht umsonst sollten die Senne und diese Allee nach Einstellung der militärischen Nutzung Bestandteile eines Nationalparks werden."
Die Linden der Allee am Teutoburger Wald bieten durch ihre Blüten und die Höhlenbildung einer Vielzahl von Insekten, Fledermäusen und Vögeln einen perfekten Lebensraum. Die baumfreundlich gepflasterte Straße führt durch den Truppenübungsplatz und ist nur in Ausnahmefällen befahrbar. Die geringe Nutzung der Allee wirkt sich zusätzlich positiv auf die Artenvielfalt aus.
Deutschlandweit gibt es zirka 12.000 Kilometer Alleen; viele von ihnen sind bedroht. Gefährdet sind sie vor allem durch den Straßenausbau und die industrielle Landwirtschaft, durch rigorose Schnittmaßnahmen und den Einsatz von Tausalzen im Winter. Für einen besseren Alleenschutz wäre nach Auffassung des BUND ein Tempolimit von 70 Kilometer pro Stunde in engen Alleenabschnitten sinnvoll. Dies brächte mehr Verkehrssicherheit als das jährliche Fällen tausender Alleenbäume. Außerdem müsse der Lkw-Verkehr in gefährdeten Alleen reduziert und im Winter Splitt oder Kies statt Tausalz verwendet werden.
Die Allee des Jahres wird vom BUND seit 2008 durch einen bundesweiten Fotowettbewerb ermittelt. Ausgezeichnet wurden bisher Alleen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, und Niedersachsen. Preisträger kamen auch aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.