Umstrittene Hafenausbauplanungen

Nordrhein-Westfalen ist der mit Abstand größte Binnenhafen-Standort Deutschlands und verfügt über etwa 120 Häfen, davon mehr als 20 öffentliche und knapp 100 private. Nach dem Willen der Landesregierung sollen einzelne Standorte ausgebaut werden. Doch dies ist ökologisch umstritten.

Jährlich werden an den NRW-Häfen 126 Millionen Tonnen Güter mit dem Schiff umgeschlagen – und damit mehr als am Überseehafen Hamburg. Auch der Größte Binnenhafen der Welt liegt in Nordrhein-Westfalen, genauer im Ruhrgebiet: der Duisburger Hafen (inkl. privater Werkshäfen) schlägt über alle Verkehrsträger hinweg jährlich 123 Millionen Tonnen Güter um. Allein über den Rhein wickelt der Duisburger Hafen 49 Millionen Tonnen ab.

Umstrittener Ausbau des Reisholzer Hafens

Der Reisholzer Hafen in Düsseldorf.  (Dirk Jansen)

In Düsseldorf-Reisholz sollen der seit über 100 Jahren genutzte Reisholzer Hafen und die teilweise brachliegenden Industrieflächen in der Umgebung zu einem multimodalen Mehrzweckhafen erweitert werden. Der Hafen soll einen aktiven Beitrag zur Verlagerung von Güterverkehren weg von der Straße hin zu Bahn und Binnenschiff leisten, so die Aussage der Planer. Tatsächlich ist dafür noch nicht einmal der Bedarf nachgewiesen.  

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Widerstand gegen Godorfer Hafen

Hafen Köln-Godorf. (Dirk Jansen)

Der umschlagstärkste Kölner Hafen ist der bei Wesseling am Rhein gelegene Godorfer Hafen, für den eine Erweiterung um ein viertes Hafenbecken geplant ist und damit ein Jahrzehnte langer Streit einhergeht. Der BUND hat sich aufgrund der Zerstörung des Naturschutzgebietes Sürther Aue klar gegen den Ausbau ausgesprochen.

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Schiffsverkehr umweltverträglich ausbauen

Noch genügt die Binnenschiffahrt nicht allen ökologischen Ansprüchen. (Dirk Jansen)

Aber: Rheinvertiefung und Hafenausbau ökologisch höchst fragwürdig

11.02.2014 | Anlässlich der heutigen Landtagsanhörung zum Thema "Binnenschifffahrt" fordert der BUND eine Landesinitiative nachhaltige Logistik. Die Potenziale eines umweltverträglichen Schiffverkehrs in NRW sollten dort, wo keine zusätzlichen Eingriffe in Flusslandschaften notwendig sind, gefördert werden. Die geplante Vertiefung der Fahrrinne des Rheins lehnt der BUND kategorisch ab. Auch geplante Hafenerweiterung wie in Köln-Godorf oder in Düsseldorf-Reisholz seien kritisch zu bewerten.

BUND-Stellungnahme zur Landtagsanhörung 

 

Rheinvertiefung

Am 11. April 2016 hat Verkehrsminister Michael Groschek in Düsseldorf das "Wasserstraßen-, Hafen- und Logistikkonzept des Landes Nordrhein-Westfalen" vorgestellt. Gemeinsam mit der BI Hafenalarm hat der BUND auf die möglichen Gefährdungen des Rheins durch die geplante Rheinvertiefung hingewiesen und für eine ökologische Ausrichtung der Binnenschifffahrt geworben.

Mehr Infos zur Rheinvertiefung

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