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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Naturschutztage am Rhein

Der Schutz und die weitere Entwicklung der Biodiversität im Einzugsgebiet des größten deutschen Flusses stehen im Mittelpunkt der regelmäßig veranstalteten BUND-"Naturschutztage am Rhein".

Mehr Wildnis am Gewässer wagen!

Mehr Wildnis am Gewässer forderten die Expert*innen der 2. "Naturschutztage am Rhein". Foto: P. Kröfges  (Paul Kröfges)

2. Naturschutztage am Rhein

August 2015 | Rundum gelungen und auf hohem Niveau“, so lauteten auch dieses Jahr wieder nahezu einmütig die Kommentare der Teilnehmer*innen an den BUND-Naturschutztagen am Rhein 2015. Drei Tage lang diskutierten die aus ganz Deutschland angereisten Expert*innen in Königswinter Wege, mehr Wildnis zu wagen.

Umweltminister Johannes Remmel begrüßte die BUND-Initiative und verwies auf das mit 80 Millionen Euro pro Jahr größte Förderprogramm des Landes für „Lebendige Gewässer“. Ohne ein Netzwerk intakter Flüsse und Bäche läge die Infrastruktur der Artenvielfalt auf dem Trockenen. Diese Einschätzung teilte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht, der das BUND-Wildniskonzept für NRW erläuterte. Mehr Mut forderte er, zuzuschauen, wie sich Wildnis entwickelt, anstatt in diesen Gebieten weiter unter anderem Jagd und Holzentnahme zuzulassen. In Gewässern sei vor allem mehr Dynamik erforderlich, für die Quer- und Längsverbauungen beseitigt werden müsste. Wilde Auen fehlten weitgehend in NRW.

Über den „Ökosystemingenieur Biber“, der „kostenlos und ohne Genehmigung“ die Gewässer in seinem Sinne renaturiert und dabei die Biodiversität enorm befördert, berichtete Lutz Dalbeck von der Biologischen Station Düren. Mit Blick auf die zunehmenden Konflikte mit Land- und Gewässernutzern forderte er, unterstützt vom BUND, ein landesweites NRW-Bibermanagement ein.

Weitere Themen der lebendigen Debatte waren die Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft und Naturschutz, aber auch die Frage nach einer besseren Koordination von Gewässer- und Naturschutz. Gewässerentwicklungskorridore und Biotopverbundachsen müssten effizient verknüpft werden, so die Forderung.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Insbesondere die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie vor Ort verläuft nur schleppend. Die Naturschutzexpert*innen fassten deshalb ihre Kernforderungen in einem einstimmig verabschiedeten Memorandum zusammen. „Mit dem Memorandum senden wir ein starkes Signal für mehr Gewässerschutz an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Kommunen“, sagte dessen Initiator, der BUND-Gewässerschutzexperte Paul Kröfges. Kernforderungen sind ein ökologischer Hochwasserschutz sowie die Verbesserung der Durchgängigkeit und chemischen Qualität der Gewässer.

Das Anspruch und Wirklichkeit leider noch viel zu häufig auseinander klaffen, zeigte die Exkursion zum Tagungsabschluss. Auf der Rheinbhalbinsel „Rheidter Werth“ bei Niederkassel prallen bundesweit relevante Entwicklungsansprüche des Naturschutzes auf unberührte Wildniszonen am Rhein für gefährdete Brut- und Zugvögel und zahlreiche Fledermausarten unmittelbar mit dem Erholungsanspruch der Menschen aufeinander.  

Der BUND bedankt sich für die Unterstützung der Tagung durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung in NRW, der Deutschen Naturschutzakademie und bei seinen Landesverbänden Nordrhein Westfalen, Hessen, Rheinland Pfalz und Baden Württemberg. 

Rhein-Memorandum

Anlässlich der "2. Naturschutztage am Rhein 2015" verabschiedeten die BUND-Rheinanlieger-Landesverbände ein Memorandum mit Forderungen für mehr Gewässerschutz im Rheineinzugsgebiet.

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Kontakt

Paul Kröfges, paul.kroefges(at)bund.net oder Joachim Scheffer, joachim.scheffer@bund.net

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