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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Pestizidfreie Kommunen in NRW voranbringen!

Städte und Gemeinden haben Vorbildfunktion, wenn es um die naturnahe Gestaltung und Pflege von Grünflächen und die Bewirtschaftung der eigenen Landwirtschaftsflächen geht. Dieses gilt insbesondere für den Umgang mit Pestiziden. Der BUND fragt nach, wendet sich an die Stadt- und Gemeinderäte und wirbt für einen Verzicht auf Pestizide – auf Grünflächen und ebenso auf den Äckern, die der Kommune gehören. Es tut sich was.

Stadtnatur, Feldflur und Insekten schützen

 (Ralf Bilke)

Noch immer setzen Städte und Gemeinden Pestizide ein – um zum Beispiel zu verhindern, dass Wildpflanzen durch ihr Spross- und Wurzelwachstum Wege beschädigen oder einen Parasitenbefall von Straßenbäumen einzudämmen oder aus ästhetischen Gründen.

Rechtlich gilt hier zu unterscheiden: Auf Kulturland – als solches gelten landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzte Freilandflächen ebenso wie Beete, Rasenflächen in Parks, Sportflächen, Friedhöfe und Kleingärten - dürfen Pestizide grundsätzlich angewendet werden. Auf sog. 'Nicht-Kulturland', hierzu zählen Wege, Plätze, Parkplätze, Straßenbegleitgrün, Kinderspielplätze, Spiel- und Liegewiesen etc. bedarf es dazu gem. § 12 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz einer Ausnahmegenehmigung.


Es gibt Alternativen - nutzen wir sie!

Bundesweit arbeiten jedoch bereits mehr als 500 Städte ganz oder teilweise ohne Pestizide, in NRW zum Beispiel Bielefeld, Münster und Witten. Beim Freihalten von Wegen und Plätzen von Bewuchs verzichten sie weitgehend auf Chemie und setzen stattdessen mechanische und thermische Verfahren. Sie bepflanzen Flächen mit mehrjährigen Stauden, die Insekten ein ganzjähriges Blütenangebot und damit Nahrung und Lebensraum schaffen und bereichern so auch das Stadtbild.

Thermische und mechanische Methoden

Unerwünschte Pflanzen auf und an Wegen, Plätzen und Straßen können durch Hitzeeinwirkung zum Absterben gebracht werden. Neben Abflamm- und Infrarot­ge­räten gibt es solche, die mit heißem Schaum oder Dampf arbeiten. Sie haben allerdings einen hohen Energiebedarf und sind teuer.

Auch deshalb verwenden mehr Kommunen mecha­nische Verfahren. Ob Kehrmaschinen mit speziellen Besen und Borsten, Fugenkratzer, Absaugsysteme, Mähgeräte oder Freischneider, generell gilt bei der mechanischen Bearbeitung: Je früher, desto besser. Eine weitsichtige Abstimmung zwischen Planung, Bau und Pflege birgt das größte Pestizid-Einsparpotenzial.

Einen Überblick über 'Nichtchemische Verfahren zur "Unkraut"bekämpfung auf befestigten Flächen' vermittelt u.a. die Landwirtschaftskammer NRW.


Unser Schönheitsideal: Wildkräuter zulassen

 (Ralf Bilke)

Verkehrssicherheit: Ja. Aber wie ‚ordentlich‘ muss eine Fläche aussehen? Wichtig ist die offene Kommunikation hierüber mit den Bürger*innen: Kann eine farbenfrohe Blühfläche vielleicht nicht schöner sein als eine grüne Rasenfläche? Muss jeder Löwenzahn auf dem Gehweg erbittert bekämpft werden? Fragen Sie mal Ihre Kinder nach deren Meinung. Wie viele Wildkräuter sind akzeptabel? Lassen Sie uns gemeinsam ein anderes Bewusstsein im Umgang mit der Natur finden.


BUND-Aktion: Landwirtschaftsflächen der Kommunen umweltgerecht bewirtschaften - Glyphosat und Co. ausschließen

 (W. Hennebrüder)

Was manchem nicht bewusst ist: Städte und Gemeinden sind vielfach Eigentümer von Äckern, Wiesen und Weiden, die sie an Landwirte verpachten. Der BUND hat nachgehakt und bei rd. 60 nordrhein-westfälischen Kommunen nicht nur den Einsatz von Pestiziden und explizit von Glyphosat auf städtischen Grünflächen, sondern ebenso auf den eigenen Agrarflächen erfragt. Die Antworten zeigen ein klares Bild:

Immer mehr Kommunen in NRW verzichten bis auf wenige Ausnahmesituationen auf den Einsatz von Pestiziden in Parks, auf Friedhöfen und anderen öffentlichen Grünflächen und setzen auf mechanische und thermische Verfahren. Der BUND begrüßt dieses ausdrücklich.

Gleichzeitig zeigt die BUND-Abfrage, dass sie ausnahmslos auch Eigentümer von Grünland und Ackerflächen sind. 72 % der antwortenden Städte und Gemeinden verpachten ihre Agrarflächen dabei ohne jegliche Regelung oder Strategie zur Reduzierung von Pestiziden an örtliche Landwirte.

Der BUND meint: Kommunen sollten nicht tatenlos zuschauen, was auf ihren eigenen Flächen geschieht und diese vielmehr aktiv dafür nutzen, die Vielfalt an Pflanzen und Tieren in der Agrarlandschaft wieder zu stärken und Böden und Gewässer zu schützen. Die Städte- und Gemeinderäte haben es in der Hand.


+++ Kontroverse Debatten und erste Erfolge +++

 (Angelika Eckel)

Vielerorts wendet sich der BUND mit förmlichen Anregungen an die Bürgermeister*innen, um konkrete Verbesserungen zu bewirken. So ist es unerlässlich, die Verpachtung künftig an klare ökologische Kriterien zu knüpfen und diese verbindlich in die Pachtverträge aufzunehmen. Hierzu gehören der Ausschluss von Glyphosat und die Einleitung einer generellen, verbindlichen Pestizidreduktion, eine mindestens dreigliedrige Fruchtfolge und die Anlage von Blühstreifen oder –hecken.

Schon jetzt es gelungen, die jahrzehntelang unbeachtete Verpachtungspolitik in Rathäusern und Verwaltungen damit aus dem Verborgen zu holen und öffentlich zu machen. Die Reaktionen der Kommunalparlamente reichen von Zustimmung bis hin zu brüsker Ablehnung und Stillstand.

Während Städte wie Bottrop, Oberhausen und Essen der BUND-Initiative zumindest in Teilen folgten, herrscht in Bad Driburg, Beckum, Leverkusen oder Erwitte in dieser Frage umweltpolitische Steinzeit. In mehreren Kommunen begleitet der BUND aktuell die Beratungen in den Ausschüssen.

Für Auskünfte zu den Antworten einzelner Kommunen und deren Ratsbeschlüsse stehen wir gern bereit.

BUND-Broschüre 'Stadtnatur ohne Gift: pestizidfreie Kommunen'

Die Broschüre gibt anschaulich Impulse, Anregungen und Tipps für Kommunen auf dem Weg zur pestizidfreien Stadt.

Stadtnaturschutz ohne Gift: pestizidfreie Kommunen


BUND-Aktion ‚Pestizidfreie Kommune‘: So geht’s!

 (Netzwerk Blühende Landschaft)

Von pestizidfreien und bienenfreundlichen kommunalen Grünflächen, Wiesen und Äckern profitieren Mensch und Natur.

Deshalb: Beteiligen Sie sich an der BUND-Aktion ‚Pestizidfreie Kommunen – blütenreich und ohne Gift“.

Flyer ‚Pestizidfreie Kommunen – blütenreich und ohne Gift“ 


Wir haben vielerlei Informationen zusammengestellt und eine Musteranregung an den Stadt- oder Gemeinderat vorbereitet. Werden Sie gemeinsam mit unseren BUND-Gruppen vor Ort aktiv. Wir unterstützen Sie dabei!

Ansprechpartner:

Ralf Bilke, ralf.bilke@bund.net

 

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