Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Die Lebensweise des Bibers

Im Familienverbund lebt der Biber in seinem Revier: Sucht Nahrung und baut Dämme sowie seinen Wohnkessel.

Nahrung

Ein Blätter fressender Biber.  (Gerhard Schwab)

Der Biber ist ein reiner, sehr vielseitiger Pflanzenfresser, der sich von Kräutern, Blättern, Ästen und Rinde von Bäumen ernährt. Biber an der Elbe zeigen ein breites Nahrungsspektrum: Sie fressen bis zu 150 Kräuter- und über 60 Gehölzarten. Da der Biber weder Winterruhe noch Winterschlaf macht, ist er das ganze Jahr über aktiv und auf Nahrungssuche. Im Sommer frisst er mehr Kräuter, junge Triebe, Blätter und Wurzeln von Wasserpflanzen. Im Winter stehen diese nicht mehr zur Verfügung. Daher wechselt der Speiseplan und er frisst eher von vorhandenen Weichhölzern, wie Pappeln und Weiden. Der Biber sucht dabei seine Nahrung in Gewässernähe. Wenn sich Felder in der Nähe des Biberbaus befinden frisst er auch Feldfrüchte, z. B. Mais, sowie Fallobst.

Revier und Biberbau

Ein Biberbau: Hier eine Biberburg oberhalb der Wasseroberfläche.  (Gerhard Schwab)

Das Revier einer Biberfamilie kann sich über eine Länge von 500 m bis zu 6 km entlang eines Gewässers erstrecken. Die Größe ist dabei vom Nahrungsangebot entlang des Gewässers abhängig: Wenn es viel Nahrung gibt, müssen die Biber sich nicht weit bewegen und das Revier ist klein. Wenn sie über weitere Strecken nach Nahrung suchen müssen, ist ihr Revier größer.

Der Bau einer Biberfamilie ist ein trockener und warmer Rückzugsort, ein sogenannter "Wohnkessel". Der Eingang liegt immer unter Wasser, also tiefer als der Wohnkessel. Tagsüber schlafen sie dort und verlassen den Bau erst abends, um auf Nahrungssuche zu gehen. Ein Biberbau besteht oft aus einem gegrabenen Erdloch am Ufer, das mit Ästen bedeckt sein kann. Wenn es kein passendes Uferstück gibt, an dem ein Erdloch gegraben werden kann, bauen die Biber auch hohe Burgen, die aus mehreren Schichten von Ästen und Erde bestehen. Diese Art des Baus gibt es in NRW jedoch sehr selten.

Mehrgenerationen-Bau

Biber leben immer zusammen mit ihrer Familie. Im Familienclan finden sich die Eltern und maximal zwei Generationen von Jungtieren, die gemeinsam den jüngsten Nachwuchs erziehen. Dabei achten besonders die Elterntiere lange auf ihre Jungen und holen sie zum Beispiel bei Gefahr in den Bau zurück. Zwischen den einzelnen Familienmitgliedern herrscht daher eine klare Rangordnung. Kommen andere Biber von außerhalb in das Revier der Biberfamilie, werden diese aggressiv vertrieben.

Fortpflanzung und Jungtiere

Ein Biberbaby im Biberbau.  (Gerhard Schwab)

Die Elterntiere bleiben in lebenslanger Einehe zusammen und suchen sich nur dann einen neuen Partner, wenn der vorherige gestorben ist. Sie bekommen jährlich ein bis vier Jungtiere. Die Paarung findet im Winter zwischen Ende Dezember und März statt. Nach ungefähr 106 Tagen Tragezeit kommen die Jungtiere zwischen April und Juni im Bau zur Welt. Sie können direkt sehen und haben bereits ein dichtes Fell. Die ersten acht Wochen bekommen die Biberjungen von ihrer Mutter Milch, die besonders fett- und eiweißreich ist. So können sie schnell wachsen und kräftiger werden. Schon ab der zweiten Woche fangen Biberjunge an nebenbei an Pflanzen zu fressen. Dabei gehen sie natürlich noch nicht an Bäume, sondern üben erst an Kräutern und Blättern. Ab der vierten Woche bilden Pflanzen bereits den Hauptteil der Nahrung.

Biberjunge verlassen den Bau

Ein Biberbaby erkundet die Umgebung.  (Gerhard Schwab)

In den ersten Lebenswochen verlassen die Jungtiere den Biberbau nicht. Wenn die Eltern sie dann mit ins Wasser nehmen sind sie noch zu leicht zum Tauchen und schwimmen wie ein Korken an der Wasseroberfläche. Ab der vierten Woche beginnen sie, begleitet durch ihre Eltern, mit den ersten Tauchübungen. Nach ca. zwei Monaten können sie dann so gut tauchen und schwimmen wie ihre Eltern.

Neue Reviere

Sobald die Jungtiere im Alter von zwei bis drei Jahren geschlechtsreif werden, verlassen sie die Familie und suchen sich ein eigenes Revier, um dort eine eigene Familie zu gründen.

Bilder

Intro: Leopold Kanzler

Melden Sie Sichtungen von Bibern oder deren Spuren!

Biber-Meldung

Kontakt

AG Biber


E-Mail schreiben

BUND-Bestellkorb