Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

"Wildbienenschutz darf nicht Worthülse bleiben"

20. Mai 2019 | Flüsse & Gewässer, Naturschutz, Tiere und Pflanzen, Wasser

Zum Schutz der Wildbienen: BUND-Delegierte fordern neue Hochwasserschutz-Planung im Himmelgeister Rheinbogen

Michael Süßer vom BUND Düsseldorf erläutert den BUND-Delegierten die Planung in Himmelgeist. [Foto: Adalbert Niemeyer-Lüllwitz].

Die BUND-Landesdelegiertenversammlung in Düsseldorf forderte am Wochenende in einer einstimmig verabschiedeten Resolution die Landesregierung auf, im Himmelgeister Rheinbogen in Düsseldorf einen ökologisch verträglichen Hochwasserschutz zu verwirklichen und damit auch einen wichtigen Beitrag zum Wildbienenschutz zu leisten.

"Die jetzt geplante Deichsanierung auf der bestehenden Trasse verhindert auf Jahrzehnte hinaus einen ökologischen Hochwasserschutz im Himmelgeister Rheinbogen und zerstört zudem einen einzigartigen Wildbienen-Lebensraum“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. „Hier kann Landesumweltministerin Heinen-Esser zeigen, dass ihre Warnungen vor dem Schwund der Wildbienen nicht nur Worthülsen sind.“

Grundlage für die aktuelle Planung ist ein Erlass des damaligen Umweltministers Eckhard Uhlenberg aus 2005 an die Stadt Düsseldorf mit der Empfehlung, aus wirtschaftlichen Gründen auf eine Deichrückverlegung zu verzichten. Die Stadt Düsseldorf sieht sich bis heute an diesen Erlass gebunden. Der BUND fordert die jetzige Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser auf, angesichts der mittlerweile erheblich veränderten Rahmenbedingungen den Erlass vom 5.9.2005 umgehend aufzuheben, um eine Änderung der Sanierungsplanung im Himmelgeister Rheinbogen zu ermöglichen.

„Die Planung für den Himmelgeister Rheinbogen muss grundlegend neu konzipiert werden“, sagte Michael Süßer, Sprecher der BUND-Kreisgruppe Düsseldorf. "Aktuelle Herausforderungen, wie die ökologische Gewässerentwicklung und das massive Insektensterben werden bislang völlig ignoriert."

Der Himmelgeister Deich in Düsseldorf ist ein landesweit herausragender Lebensraum für zum Teil hochgradig gefährdete Wildbienenarten. Der BUND konnte auf dem zwei Kilometer langen Deichabschnitt rund 80 Wildbienenarten nachweisen, darunter sogar ein Erstnachweis für NRW. Insgesamt stehen 12 dieser Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Wildbienen-Arten. Drei Arten gelten als stark gefährdet, zwei Arten sind sogar vom Aussterben bedroht.  Viele dieser Arten sind hoch spezialisiert und nisten nur im Deich. Würden die Dämme abgetragen und neu aufgeschichtet, wären die Populationen der dort siedelnden Arten ausgelöscht.

Der BUND schlägt deshalb vor, einen neuen Hochwasserdeich landseitig zur Schaffung von zusätzlichem Überschwemmungsraum zu schaffen. Damit würde eine Vergrößerung der ökologisch und stadtklimatisch wertvollen Flussauenlandschaft am Rhein erzielt. Der alte Deich könnte bis auf wenige Durchbrüche als Wildbienenlebensraum erhalten bleiben. "Im Himmelgeister Rheinbogen lassen sich mit einer Deichrückverlegung gleich mehrere Ziele auf einer Fläche erreichen: ökologischer Hochwasserschutz, Insektenschutz und Klimaschutz", so Süßer.

 

Die BUND-Resolution als Download

 

 

 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb