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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Silvesterböllerei – Das neue Jahr lieber mit guter Luft beginnen

18. Dezember 2019 | Nachhaltigkeit, Ressourcen & Technik, Technischer Umweltschutz, Umweltgifte

Feuerwerke produzieren gigantische Feinstaubmengen.

Feuerwerk: Schön anzuschauen, aber gesundheitsschädlich. [Foto: Dirk Jansen]

Same procedure as every year? Zu Silvester wird in Nordrhein-Westfalen vielerorts außer Rand und Band geböllert. Der Effekt: schlechte Luft, Müllberge an den Straßenrändern, Sachschäden und verängstige Tiere. Aus Sicht des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist es an der Zeit, das Bewusstsein für ein zeitgemäßes Silvesterfeuerwerk zu wecken und Alternativen aufzuzeigen: Licht-Shows und öffentliche Pyro-Spektakel statt privates Böllern im Feinstaub-Dunst.

„Zu Silvester werden in unseren Städten regelmäßig Feinstaub-Jahreshöchstwerte gemessen. Dabei werden bundesweit rund 4.500 Tonnen Feinstaub frei gesetzt. Diese Menge entspricht in etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge“, erklärt der NRW-Geschäftsleiter des BUND, Dirk Jansen. „Wir brauchen eine Alternative zum uneingeschränkten Feuerwerk. Dabei geht es uns nicht um ein Verbot des Silvesterfeuerwerks, sondern um eine angemessene Form, um den Start ins neue Jahr zu feiern.“

Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden an Silvester in der Vergangenheit Feinstaub-Höchstwerte von bis zu 1330 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) gemessen. Der zulässige Tagesmittelwert liegt bei 50 µg/m³. Zum Jahreswechsel 2016/2017 wurde dieser durch die Knallerei an 129 der 320 Messstationen überschritten.

Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab. Kräftiger Wind hilft, die Schadstoffe rasch zu verteilen. Zum Jahreswechsel 2017/2018 lag eine solche Situation vor. Bei windschwachen Wettersituationen mit eingeschränktem vertikalen Luftaustausch verbleiben die Schadstoffe jedoch über viele Stunden in der Luft und reichern sich in den unteren Atmosphärenschichten an.

Grundsätzlich fordert der BUND, die Freisetzung von Giften und Gefahrstoffen beim Silvesterfeuerwerk weitestgehend zu reduzieren. Schadstoffe in Feuerwerkskörpern müssten begrenzt oder ganz verboten werden. Dazu BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen: „Wir rufen die Bundesregierung auf, das Sprengstoffrecht so zu ändern, dass durch die Bundesanstalt für Materialforschung nicht nur die Zusammensetzung der Knallkörper und Raketen sowie deren Gebrauchssicherheit geprüft wird, sondern Feuerwerk auch aufgrund der Toxizität der enthaltenen Stoffe oder der entstehenden Brandprodukte sowie hoher Staubentwicklung verboten werden kann.“

Auf kommunaler Ebene schlägt der Umweltverband vor, Voraussetzungen zu schaffen nach denen das Abbrennen von Feuerwerk in bestimmten Gebieten aus Gründen des allgemeinen Gefahren- und Immissionsschutzes verboten werden kann beziehungsweise nur in besonderen festzulegenden Gebieten erfolgen darf, bei denen Brandschutz, Immissionsschutz und Naturschutz gewahrt sind. Die Einschränkung, das Verbot und die Verlagerung von Silvesterfeuerwerk müsse verpflichtender Teil der Luftreinhaltepläne werden.

„Wir fordern die Kommunen auf, auf Feuerwerk an jeder Straßenecke zu verzichten und stattdessen alternative Orte anzubieten, an denen ein Silvesterfeuerwerk für die Bürgerinnen und Bürger stattfindet. Nur so lassen sich die Auswirkungen begrenzen und für Mensch und Natur akzeptabel gestalten. Dies können auch öffentliche Höhenfeuerwerke sein, an denen sich die Bürgerinnen und Bürger anstelle eigenen Feuerwerks beteiligen können“, so Dirk Jansen.

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