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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Kunststoffpellets verschmutzen das Rheinufer in Köln

26. Juli 2017 | Flüsse & Gewässer, Technischer Umweltschutz, Chemie

Verschmutzung des Rheins mit Mikroplastik nach Starkregen

Plastikgranulat am Rheinufer bei Köln-Sürth, 23. Juli 2017 (Ulrike Süsser)

Angesichts der großräumigen Verschmutzung des Rheinufers im Kölner Süden durch winzige Plastikkügelchen weist der BUND auf die erhebliche Gesamtverschmutzung des Rheins mit Kunststoffabfällen jeglicher Art hin und kritisiert die nicht ausreichenden Rückhaltemaßnahmen der Chemieindustrie. Für den aktuellen Vorfall wird nach Medienberichten das  nahe gelegene Chemieunternehmen Lyondell Basell  in Wesseling/Godorf verantwortlich gemacht, das solches Kunststoffgranulat herstellt.

"Es besteht weiter eine hohe Belastung unserer Gewässer, die letztlich weitgehend in den Meeren landet und dort bekanntlich schlimmste Probleme für die Meereslebewelt, insbesondere Fische, Säugetieren und Vögel, verursacht", sagte der BUND-Gewässerschutzexperte Paul Kröfges.

Seit einer intensiven Untersuchung des Rhein-Flusslaufes auf kleine Plastikteilchen (Mikroplastik) vor drei Jahren ist bekannt, dass der Rhein weltweit zu den am stärksten hiermit belasteten Strömen gehört. Teilweise "erschreckende Ergebnisse", so ein Höchstwert von fast 4 Millionen Plastikpartikel pro Quadratkilometer, wurden insbesondere für den Niederrhein ermittelt, wobei vor allem Kunststoffgranulat, eben besagte „Pellets“ in großer Zahl gefunden wurden.  Zwischenzeitlich gab es national und international zahlreiche Konferenzen mit konkreten Beschlüssen zur Minderung des Problems, die aber offensichtlich noch nicht richtig greifen.

Der BUND kritisiert vor diesem Hintergrund, dass bei einem der größten Kunststofferzeuger an der Rheinschiene offensichtlich bei größeren Regenereignissen  - die ja immer häufiger auftreten - die Rückhaltemaßnahmen für Kunststoffgranulat nicht ausreichen und dieses in größeren Mengen in den Fluss gelangt. Es ist davon auszugehen, dass die ans Ufer angeschwemmten Anteile nur ein kleiner Teil („Spitze des Eisbergs“) der Gesamtmenge sind und erhebliche Mengen weiter im Fluss, Richtung Nordsee unterwegs sind.

BUND-Experte Paul Kröfges: „Dies ist ein unhaltbarer Zustand, der nicht nur bei Lyondell Basell sondern bei allen anderen Chemiefirmen am Rhein zu besorgen ist. Die Chemieindustrie ist aufgefordert, das Problem Starkregen und Rückhaltung von Kunststoff-Abschwemmungen zu lösen und dies auch nachzuweisen.“  Der BUND wird diese Forderung in die betreffenden politischen Gremien, u.a. bei der IKSR (Internationale Kommission zum Schutz des Rheins www.ikrs.org )  
einbringen und offensiv vertreten.

 

 

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