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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Keine Jagd auf Wölfe!

22. Mai 2019 | Jagd, Naturschutz, Tiere und Pflanzen

Der angekündigte Gesetzentwurf der Bundesregierung verstößt gegen Artenschutzrecht und löst kein Problem von Weidetierhaltern.

[Foto: Martin Mecnaroski, CC-BY-SA-3]

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturtschutz Deutschland (BUND)  lehnt den von der Bundesregierung angekündigten Gesetzentwurf zu einer Freigabe der Jagd auf Wölfe  entschieden ab. Nach den vorliegenden Informationen sollen Wölfe künftig unabhängig von der Frage, ob sie Tiere gerissen haben oder ernsthafte Probleme verursacht haben, geschossen werden können. Und wenn an Nutztierrissen ein Rudel beteiligt ist, soll es künftig sogar möglich sein, alle Wölfe dieses Rudels zu erschießen. Damit würden, so der BUND, alle bisherigen, im Einvernehmen mit den Naturschutzverbänden erstellten Wolfsmanagementpläne aufgekündigt. „Eine solche Vorgehensweise geht in Richtung erneute Ausrottung des Wolfes und wäre ein massiver Verstoß gegen deutsches und europäisches Natur- und Artenschutzrecht“, so der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht in einer ersten Stellungnahme. Der im Bestand gefährdete Wolf ist aktuell ganzjährig geschützt. Ein Töten von Wölfen ist nur in extremen Ausnahmefällen möglich. Regelungen dazu finden sich in den Wolfsmanagementplänen. Diese Regelungen reichen aus Sicht des BUND völlig aus, um auf extremes Ausnahmeverhalten einzelner Wölfe zu reagieren.

Jagd kann nach Aussage vieler Wolfs- und Jagdexperten nicht wirksam zum Schutz von Weidetieren beitragen. Denn dazu sind Wölfe viel zu mobil und anpassungsfähig. Und einmal auf Wanderschaft können sie in kurzer Zeit sehr weite Strecken von hunderten Kilometern zurücklegen. „Wolfsfreie Zonen“, wie manche sie fordern, sind also nicht denkbar. Jagd auf den Wolf ist zudem nach dem aktuellen EU-Artenschutzrecht nicht möglich. Hinzu kommt: Wölfe ernähren sich weit überwiegend von Rehen, Rotwild und Schwarzwild, wirken im Wald mit seinen meist zu hohen Wildbeständen positiv. Wildschäden in der Landwirtschaft werden so reduziert. Der BUND ist deshalb der Auffassung, dass der Wolf dort, wo er sesshaft wird, eine Bereicherung besonders unserer Wald-Ökosysteme sein kann.

Wichtig ist es aus Sicht des BUND, die natürliche Ausbreitung des Wolfes mit effektiven Maßnahmen zu begleiten, die das Zusammenleben von Mensch und Wolf erleichtern und zur Konfliktminimierung beitragen. Der BUND setzt sich deshalb dafür ein, dass die Weidetierhalter stärker unterstützt werden. Die entsprechenden Regelungen im Wolfsmanagementplan des Landes, insbesondere die Richtlinie zur Gewährung von Entschädigungen und der Finanzierung von Maßnahmen für den Herdenschutz, müssen dringend überarbeitet werden. Schutzmaßnahmen wie z. B. das Errichten von wolfssicheren Zäunen ist schwere Arbeit, da sie fest im Boden verankert werden müssen. Bei dieser Arbeit werden die Nutztierhalter noch allein gelassen, erhalten nur Fördermittel für das benötigte Material. Deshalb fordert der BUND eine Finanzierung dieses zusätzlichen Arbeitsaufwandes durch das Land NRW. Zudem schlagen wir vor, die Bestimmung in den Förderrichtlinien, nach der Zuwendungen an Dritte auszuschließen sind, aufzuheben. Eine Aufhebung dieser Einschränkung würde den Weidetierhalter mehr Flexibilität und Handlungsspielraum bei der Durchführung von Maßnahmen geben. 

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