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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

BUND kritisiert Fuchsjagd

16. Januar 2018 | Jagd, Naturschutz, Tiere und Pflanzen

Über 40 Organisationen im Aktionsbündnis Fuchs prangern so genannte Fuchswochen an

Vo dem Hintergrund der für Januar und Februar geplanten so genannten Fuchswochen fordert der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Beendigung der Fuchsjagd.

„Die Fuchsjagd verstößt gegen das Tierschutzgesetz, da es keinen vernünftigen Grund für die Tötung von Füchsen gibt“, sagte Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND. So gäbe es weder eine wirtschaftliche Verwertung der Tiere noch könnten durch die Fuchsjagd Krankheiten bekämpft werden.

Fuchswochen sind mehrere Jagdreviere übergreifende Veranstaltungen, bei denen mit allen zur Verfügung stehenden Jagdmethoden Hatz auf Füchse gemacht wird. Am Ende einer solchen Tötungsaktion liegen bisweilen mehrere Dutzend Füchse „auf der Strecke“ – viele von ihnen mit zerschossenen Kiefern und Läufen oder heraushängenden Eingeweiden. In NRW sind solche Fuchsjagdwochen laut Internetseite des Landesjagdverbands NRW bspw. in Marl (Kreis Recklinghausen) geplant, hier auch mit der „Prämierung des stärksten Fuchses“.

„Besonders perfide ist, wenn diese willkürlichen Abschlachtungen noch als Naturschutzmaßnahme verkauft werden. Der Fuchs gefährdet tatsächlich keine einzige andere Tierart, ihm wird lediglich der Schwarze Peter für den Rückgang von Tierarten untergeschoben, die unter der intensiven Landwirtschaft leiden“, sagte Sticht.

Auch die Bekämpfung des Fuchsbandwurms scheide als Begründung aus. So weise eine französische Studie von 2017 nach, dass bei einer Erhöhung des Abschusses von Füchsen um 35 % der Bestand insgesamt nicht abnehme, dafür aber der Befall von Füchsen mit dem Fuchsbandwurm um 15 % zunehme. Die Fuchsjagd erhöhe also eher die Gefahr für Haustiere und Menschen.

Nach Angaben des NRW-Landwirtschaftsministeriums sind in Nordrhein-Westfalen im letzten Jagdjahr 2016/2017 etwa 50 000 Füchse durch Jäger getötet worden. Dies entspricht in etwa der Zahl der Vorjahre.  Die Verluste werden meist zügig ausgeglichen: durch Zuwanderung und durch eine gesteigerte Geburtenrate aufgrund der gestiegenen Nahrungsverfügbarkeit für die überlebenden Füchse.

Das Aktionsbündnis Fuchs ist ein Zusammenschluss aus derzeit mehr als 40 Tier- und Naturschutzorganisationen, dem auch der BUND NRW angehört. Es setzt sich dafür ein, dass die Fuchsbejagung bundesweit beendet wird, so wie seit 2015 in Luxemburg.

 

 

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