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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

BUND fordert Waldwende statt Waldumbau

04. September 2019 | Klimawandel, Naturschutz, Wälder

Bericht der Umweltministerin heute im Landtag

Der Borkenkäfer freut sich auf den gedeckten Tisch. [Foto: Dirk Jansen]

Anlässlich des Berichts der Landesumweltministerin zu Auswirkungen von Sturm, Hitze und Borkenkäfer auf die Wälder, der heute im Umweltausschuss des Landtags vorgestellt wird, fordert der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Waldwende in Nordrhein-Westfalen.

„Wir erleben derzeit keine Wald-, sondern eine Forstwirtschaftskrise, und die ist hausgemacht. Wir müssen endlich aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, uns von der gescheiterten Plantagenwirtschaft und ihrer Forste verabschieden und wieder auf selbstständig gewachsene Waldökosysteme setzen“, sagte Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND.

Von Auswirkungen wie der Sommerdürre seien bisher gleichaltrige und gleichartige Bestände betroffen, die zur Holzproduktion aufgeforstet worden waren. Bestes Beispiel sei die Fichte: über Generationen hinweg sei diese Nadelbaumart großflächig in Form unnatürlich gleichaltriger Plantagen angebaut worden, obwohl die Art in NRW nicht heimisch ist. Trockenheit und Stürme sowie nachfolgend Borkenkäfer hätten leichtes Spiel gehabt.

„Bäume kann man anbauen, einen Wald, in dem verschiedenartige und -altrige Baumarten mit unzähligen anderen Pflanzen- Tier- und Pilzarten zusammenleben, nicht. Diese Waldvielfalt hat in angebauten Forsten keinen Raum, spielt aber vielfach eine wesentliche Rolle für die Versorgung und Widerstandsfähigkeit der Bäume“, sagte Sticht.  

Zudem vermehrten sich die meisten Baumarten seit Jahren aufgrund der milden Winter und der aus Verkehr und Industrie resultierenden Stickstoffeinträge von allein so stark wie nie zuvor, ein Anbau sei also nicht angezeigt.

„Die Landesregierung hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und setzt auf ein „Weiter so“: weiter massiv aufforsten, diesmal v.a. mit amerikanischen Baumarten. Der Fehler steckt aber im System“, so Sticht.

So sei beispielsweise die amerikanische Roteiche, welche durch das Waldbaukonzept NRW empfohlen werde, vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) als „invasiver Neophyt“ eingestuft worden, der die heimische Biodiversität gefährde. Forstwirtschaftliche Experimente wie zum Beispiel der Anbau der ebenfalls nordamerikanischen Spätblühenden Traubenkirsche seien bereits in der Vergangenheit nicht nur in einem ökologischen, sondern auch wirtschaftlichen Desaster geendet.

„Sich im Geburtsland der Forste wieder auf unsere standortheimischen Waldökosysteme rückzubesinnen ist kein leichtes Vorhaben. Aber Waldwende statt Waldumbau ist das Gebot der Stunde und der Vernunft – aus Gründen des Klimaschutzes und zum Schutze der biologischen Vielfalt, aber auch um die Holzversorgung zu sichern“, so Sticht.

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