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BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen

Abfallverbrennung in Braunkohlekraftwerken: BUND kritisiert „Ökodumping“

21. Januar 2011 | Abfallpolitik

Umstrittene Abfallmitverbrennung im IKW Berrenrath (Hürth)

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) spricht sich gegen die von der RWE Power AG beantragte Abfallmitverbrennung im Industriekraftwerk Berrenrath bei Hürth aus. In einer Stellungnahme an die Bezirksregierung Arnsberg als Genehmigungsbehörde kritisiert der BUND das Vorhaben. “Wir wenden uns entschieden gegen den schleichenden Ausbau des Kraftwerks Berrenrath zu einer Sondermüllverbrennungsanlage. Braunkohlekraftwerke oder –fabriken wie in Hürth oder Frechen dürfen nicht teure und technisch aufwändiger ausgestattete Müllverbrennungsanlagen auf Kosten der Umwelt und Gesundheit ersetzen und so ihre Privilegierung nach dem Berggesetz ausnutzen. So wird dem Ökodumping Vorschub geleistet“, sagte Claudia Baitinger, Abfallexpertin des BUND.

RWE Power beabsichtigt, zukünftig neben Braunkohle bis zu 720.000 t Tonnen Klärschlamm, Altholz und so genannte Sekundärbrennstoffe pro Jahr in dem Kraftwerk mit zu verbrennen, das sind rund 50 Prozent des Gesamtbrennstoffeinsatzes. Die Mitverbrennung gefährlicher teilweise chlorierten Abfälle wie PCB-Althölzer und Hydrauliköle, Teere und belastete Klärschlämme sei völlig inakzeptabel. Durch die im Vergleich zu Müllverbrennungsanlagen niedrigeren Standards von Kraftwerken bei der Rauchgasbehandlung würden die gesetzlichen Schutz- und Vorsorgeanforderungen massiv unterlaufen. Der BUND befürchtet Zusatzbelastungen der Bevölkerung durch den unvermeidlichen Ausstoß von Feinstaub, Schwermetallen sowie Dioxinen und Furanen. Während so z.B. in Müllverbrennungsanlagen Mindesttemperaturen von 850 bis 1100 °C vorherrschen, habe RWE eine Verbrennungstemperatur von lediglich 740 °C beantragt. „Damit kann die endgültige Zerstörung der gefährlichen Dioxine und Furane aber nicht garantiert werden“, kritisiert BUND-Expertin Baitinger. "Angesichts des derzeitigen Dioxin-Skandals muss endlich mit der Freisetzung persistenter Umweltgifte Schluss sein.“ Dazu sei mit ätzenden Salzsäuregas-Emissionen zu rechnen, die den gesetzlichen Grenzwert um das bis zu 18-fache übersteigen.

Der BUND fordert, die existierenden weniger umweltschädlichen Alternativen für die Behandlung und Beseitigung der Abfälle zu wählen, zumal dort vorhandene Überkapazitäten durch Abfallimporte gedeckt würden. Es könne nicht angehen, dass RWE durch die lukrative Abfallmitverbrennung die Bevölkerung der stark vorbelasteten Region weiter gefährdet und zudem zur Ressourcenverschwendung beiträgt.

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