Lebendiger Garten: Nistkästen für heimische Vögel und Schlafmäuse

25. Januar 2021 | Gartenschläfer, Lebensräume, Naturschutz, Stadtnaturschutz, Tiere und Pflanzen, Vogelschutz

Noch schneit es und der Winter steht direkt vor unserer Tür. Doch die Jahresuhr steht niemals still! Bereiten Sie den Gartentieren einen geeigneten Lebensraum in Ihrem Garten vor.

Gartenschläfer im Vogelkasten. Foto: Dr. E. Przibilla

Wer in den Wintermonaten Vorbereitungen für den Frühling treffen möchte, sollte schon jetzt an die Kinderstuben der heimischen Tiere denken, empfiehlt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Nicht nur viele Vogelarten, sondern auch Schlafmäuse wie der gefährdete Gartenschläfer und der Siebenschläfer, sind auf geschützte Orte wie Nistkästen für ihren Nachwuchs angewiesen. „Ältere Bäume mit Baumhöhlen oder dichte Hecken von Schlehen, Brombeeren oder Wildrosen bieten optimale Nistplätze“, erklärt Magnus Wessel, Naturschutzexperte des BUND. „Doch wenn diese Bäume noch zu klein sind oder ein Anpflanzen nicht möglich ist, kann man jetzt Nistkästen selbst bauen oder kaufen.“

Jeder (Vogel-)Jeck ist anders

Je nach Vogelart gibt es verschiedene Nistkastenformen und Größen der Einfluglöcher. Der BUND empfiehlt, nicht nur die typischen Meisenkästen zu wählen, sondern auch speziellere Nisthilfen für andere Vogelarten – oder auch für Gartenschläfer. Schlafmaus-Nistkästen unterscheiden sich deutlich sichtbar in der Bauart: Das Einstiegsloch befindet sich bei ihnen auf der Rückseite, die zum Baum gewandt ist. So können die kleinen Bewohner am Baumstamm entlang bis in die Kästen hineinklettern. Wessel: „Besonders für Arten wie den Gartenrotschwanz oder den gefährdeten Gartenschläfer sind Nistkästen eine gute Unterstützung. So kann man auch im eigenen Garten einen kleinen Beitrag für den Schutz der Artenvielfalt leisten.“

Selber machen oder kaufen?

Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich Nistkästen einfach selbst bauen. Dafür bietet der BUND verschiedene Bauanleitungen auf seiner Website. Alternativ können sie in Baumärkten oder dem BUNDladen erworben werden.

Beim Anbringen der Nisthilfe und weiterer Gartenarbeit empfiehlt es sich bis in den März zu warten, um überwinternde Tiere nicht zu stören. Die Kästen sollten dann vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und nach Osten oder Südosten angebracht werden. Er sollte außerdem möglichst sicher vor Katzen, Mardern und Eichhörnchen hängen. Je nach Art des Nistkastens sollte er in mindestens zwei Metern Höhe angebracht werden. 

Bauanleitungen finden Sie hier:

Vogelnistkasten: www.bund-rvso.de/nistkasten-meise-hoehlenbrueter.html
Schlafmauskasten: www.bund.net/gartenschlaefer/nistkasten

Oder zu kaufen im BUNDladen:

www.bundladen.de/Tierwelt/Voegel/Nisthilfen

 


Mehr Informationen:
Der BUND, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung setzen sich gemeinsam in ihrem Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ für den Schutz dieser gefährdeten Tierart ein. Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Natur und nukleare Sicherheit.

www.bund-nrw.de/gartenschlaefer und www.gartenschlaefer.de sowie

www.biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/erarbeitung-eines-bundesweiten-schutzkonzepts-fuer-den-gartenschlaefer.html

Naturbeobachterinnen und Naturbeobachter können ihre Gartenschläfer-Hinweise dem Projektteam melden unter: www.gartenschlaefer.de

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