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Lange hat der BUND gegen die Atomenergie gekämpft - und der Widerstand geht weiter. [Foto: D. Jansen]

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

in vier Tagen ist es soweit: die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland werden endgültig abgeschaltet. Nach Jahrzehnten des Widerstandes gegen die unbeherrschbare Atomenergie ist das für uns ein Grund zum Feiern. Und das tun wir in Lingen, München und Neckarwestheim. Doch damit ist das nukleare Kapitel noch lange nicht geschlossen. Mit der Urananreicherungsanlage in Gronau sowie der Produktion und dem Export von Brennelementen bleibt Deutschland ein wichtiger Atomstandort. Auch die Atommüllproblematik bleibt uns und den nachfolgenden Generationen erhalten.

Allen Unkenrufen zum Trotz werden am Samstag keinesfalls die Lichter ausgehen. Dafür sorgen nicht zuletzt die erneuerbaren Energien. Mit deren Ausbau geht es jetzt in NRW endlich wieder voran, wenn auch zu langsam. Fast dreimal so viele Windenergieanlagen wurden im ersten Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum genehmigt. Allerdings gingen nur 14 neue WEA in Betrieb. Das Ziel der Landesregierung, in dieser Legislaturperiode 1.000 neue Anlagen zu errichten, erscheint so nicht erreichbar.

Wir müssen das Ausbautempo deshalb deutlich erhöhen, auch um die in NRW noch immer dominierende Kohleverstromung herunter zu fahren. Stattdessen sollen aber im Sommer weitere Windenergieanlagen für die Erweiterung des Braunkohlentagebaus Garzweiler gesprengt werden. Das ist kaum vermittelbar.

Aber auch die Planungen für die Zeit nach der Braunkohle laufen längst. Auch sie bleiben umstritten, wie die Debatte um die Rekultivierung und die Rheinwassertransportleitung zeigt. Klar ist: Auch wenn die Kohle geht, bleiben Ewigkeitsschäden.

Herzliche Grüße

Ihr Dirk Jansen, Geschäftsleiter

 
BUND-Protest gegen Atomenergie. [Foto: k. Ciesla/BUND]
Geschafft! Akw am Ende

Am 15. April werden die letzten deutschen AKW abgeschaltet - wenn das mal kein Grund zum Feiern ist! Gemeinsam mit einem breiten Bündnis werden wir am kommenden Samstag in Lingen, in München und in Neckarwestheim mit vielen Menschen auf die Straße gehen. Aber noch gibt es viel zu tun. Ob UAA Gronau oder geplanter Atommüll-Verschiebebahnhof in Würgassen - noch ist NRW Atomland.  alle Infos zur Demo/Feier

Atommüllfässer suchen ihr Endlager . [Foto: pixabay]
Unendliche Endlagersuche

Der Versuch, einen geeigneten Ort für die Lagerung von Atommüll zu finden, zieht sich hin. Statt im Jahr 2031 könnte es nun sogar bis 2068 dauern. Auch für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle in Deutschland braucht es dringend eine neue Lösung. Klaus Brunsmeier, Landesvorstand des BUND NRW und Mitglied im Nationalen Begleitgremium zur Endlagersuche fordert, dass Sicherheit vor Schnelligkeit gehen muss. ... mehr

Auch Industriegebiete müssen für die Windenergienutzung geöffnet werden. [Foto: D. Jansen]
Faire Lastenverteilung

Der BUND plädiert für eine faire Lastenverteilung beim Ausbau der Windenergienutzung. Es darf nicht sein, dass die unvermeidbaren Belastungen nur von den Freiraumflächen getragen werden und andere Flächenkategorien ausscheiden. Die jetzt von der Landesregierung geplante Öffnung von Gewerbe- und Industrieflächen für die Windenergienutzung ist ein wichtiger Schritt. Dafür brauchen wir aber verbindliche Regelungen.  ...mehr

Die L12 und 7 Windenergieanlagen sollen dem Tagebau Garzweiler weichen. [Foto: D. Jansen]
Leitentscheidung Braunkohle

Nach der Kritik von Initiativen, Umweltverbänden und kirchlichen Gruppen am Prozess zur Erarbeitung der neuen Braunkohle-Leitentscheidung steuert die Landesregierung jetzt nach. Es soll jetzt weitere Beteiligungsformate geben. Am Grundproblem soll sich aber nichts ändern: Auf die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze des Pariser Klimaabkommens ist auch die 5. Leitentscheidung nicht ausgerichtet. ...mehr

Vollständige Verfüllung der Restlöcher oder Schaffung eines Biotops? [Foto: D. Jansen]

Ungeprüfte Garzweiler-Abbauvarianten

Die Erweiterung des Tagebaus Garzweiler II nach Westen und die Zerstörung der Ortslage Lützerath wurden auch mit der Notwendigkeit zur Massengewinnung zwecks Verfüllung und Rekultivierung der Restlöcher begründet. Doch selbst Regierungsgutachter zeigen eine Alternative auf: Durch den Verzicht auf die vollständige Verfüllung des östlichen Restlochs könnten 100 Hektar Kulturland erhalten und ein ökologisches Leuchturmprojekt geschaffen werden. Dazu muss die Rekultivierungsplanung aus den 1990er Jahren geändert werden. Doch die Landesregierung zögert. ...mehr

Die Pläne für die RWTL. [Quelle: RWE]

Rheinwassertransportleitung in der Kritik

Am 17. April endet die Frist im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Änderung des Braunkohlenplans für die Rheinwassertransportleitung (RWTL) von Dormagen zu den Tagebauen Garzweiler und Hambach. Über Jahrzehnte nach Tagebauende sollen damit die Restlöcher künstlich befüllt werden. Obwohl die Planung schon seit Jahren läuft und vom BUND kritisch begleitet wird, meldet sich erst jetzt öffentlicher Protest. Unsere Grundforderung: Ohne vorherige Reinigung darf kein Rheinwasser in die Tagebaue und das Grundwasser eingeleitet werden. ...mehr

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